Gold (XAU/USD) eröffnet die Woche mit einer bärischen Kurslücke, da die anhaltende Unsicherheit rund um den US-Iran-Krieg weiterhin ölgetriebene Inflationsängste schürt und den Druck auf die Zentralbanken aufrechterhält, die Kreditkosten hoch zu halten. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notiert XAU/USD bei rund 4.670 USD, fast 1 % unter dem Tageshoch nach einem Intraday-Hoch nahe 4.705 USD.
Die Hoffnungen auf eine kurzfristige Friedensvereinbarung schwanden, nachdem US-Präsident Donald Trump Irans Antwort auf einen von den USA unterstützten Vorschlag zur Beendigung des Krieges als „völlig inakzeptabel“ in einem Beitrag auf Truth Social zurückwies.
Iranische Staatsmedien berichteten, dass Teherans Vorschlag Forderungen nach US-Entschädigungen für Kriegsschäden enthielt und Irans Souveränität über die Straße von Hormus betonte. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte am Montag, Teheran versuche lediglich, seine Rechte zu sichern, und habe den USA „großzügige und verantwortungsbewusste“ Vorschläge unterbreitet. Baghaei sagte außerdem, der Vorschlag seines Landes sei nicht überzogen, und warf Washington „unvernünftige Forderungen“ vor.
Trotz anhaltender diplomatischer Bemühungen bleiben die Gespräche über Irans Nuklearprogramm ungelöst, was die Unsicherheit darüber erhöht, wie lange der US-Iran-Krieg andauern könnte. Dies hat die Befürchtungen über anhaltende Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus verstärkt und eine geopolitische Risikoprämie in den Ölpreisen verankert.
Dem CME FedWatch Tool zufolge erwarten Händler überwiegend, dass die Fed die Kreditkosten für den Rest des Jahres unverändert lässt, wobei die Märkte eine geringe Wahrscheinlichkeit von etwa 20 % für eine Zinserhöhung bei der Dezember-Sitzung einpreisen.
Ein höheres Zinsumfeld verringert die Attraktivität von unverzinslichen Anlagen wie Gold, da das Edelmetall keine Rendite oder Zinsen bietet. Wenn die Kreditkosten hoch bleiben, verlagern Anleger ihr Kapital häufig in zinstragende Anlagen wie Staatsanleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere.
Vor diesem Hintergrund bleibt das Aufwärtspotenzial von Gold begrenzt, da die Märkte weiterhin auf die hohen Ölpreise und die sich ändernden Zinserwartungen reagieren. Dennoch ist der Abwärtsdruck begrenzt, da die anhaltende geopolitische Unsicherheit die Nachfrage nach sicheren Häfen stützt, während konstante Käufe von Zentralbanken, Privatanlegern und Investoren dem Edelmetall weiterhin eine solide Basis bieten.

Im 4-Stunden-Chart konsolidiert XAU/USD nach seinem jüngsten Anstieg, hält sich über der unteren Bollinger-Band-Unterstützung nahe 4.659 USD, notiert jedoch weiterhin unter dem 20-Perioden-Simple Moving Average (SMA) bei 4.703 USD, was die Oberseite begrenzt und den kurzfristigen Ton leicht belastet. Der Relative Strength Index (RSI) bewegt sich knapp unter der 50er-Linie, während der Average Directional Index (14) auf die niedrigen 20er zurückgeht, was beide auf nachlassende Richtungsüberzeugung statt auf einen starken Trend hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-Perioden-SMA der Bollinger-Bänder bei rund 4.703 USD, gefolgt vom oberen Bollinger-Band nahe 4.747 USD. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Bänder würde den Weg zum weiter entfernten horizontalen Widerstand bei 4.850 USD öffnen. Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung am unteren Bollinger-Band bei etwa 4.659 USD gesehen, mit einer wichtigeren Unterstützung auf horizontaler Ebene bei 4.500 USD. Ein Durchbruch unter diese letzte Marke würde das technische Gesamtbild deutlich schwächen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.