Gold (XAU/USD) zieht während der asiatischen Sitzung am Dienstag einige Käufer an und kehrt einen Teil des Rückgangs vom Vortag bis zur Marke von 4.500 USD, einem über einmonatigen Tief, um. Der Anstieg erfolgt ohne offensichtlichen fundamentalen Katalysator und läuft Gefahr, schnell wieder abzuflauen, weshalb vor einer Positionierung auf eine nennenswerte Aufwärtsbewegung Vorsicht geboten ist. Die verschärften Spannungen zwischen den USA und Iran befeuern weiterhin Inflationssorgen und halten die Erwartungen an höhere Zinsen lebendig. Dies, zusammen mit einem festeren US-Dollar (USD), dürfte dazu beitragen, das zinslose Edelmetall zu begrenzen.
Der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und Iran steht nach einer schweren Eskalation der Gewalt im Persischen Golf am Montag kurz vor dem Zusammenbruch. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Südkorea meldeten Angriffe auf Schiffe in der wichtigen Wasserstraße. Die VAE berichteten zudem von einem Brand im Öl-Hafen von Fujairah infolge iranischer Raketen- und Drohnenangriffe. US-Präsident Donald Trump warnte, dass Iran von der Erdoberfläche ausgelöscht werde, sollte es amerikanische Schiffe angreifen, die im Rahmen einer neuen Initiative namens „Project Freedom“ durch die strategische Wasserstraße eskortiert werden.
Die jüngsten Entwicklungen erhöhen das Risiko einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und haben am Montag eine neue Aufwärtsbewegung der Rohölpreise ausgelöst. Dies bestätigt die Markterwartungen, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise den Inflationsdruck wiederbeleben und wichtige Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank (Fed), zu einer restriktiveren Haltung veranlassen wird. Laut dem FedWatch Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed bis Ende dieses Jahres derzeit bei etwa 35 % im Vergleich zu weniger als 10 % am vergangenen Freitag.
Der Ausblick unterstützt wiederum die erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen und wirkt als Rückenwind für den USD. Darüber hinaus erweist sich die Pattsituation zwischen den USA und Iran über die Straße von Hormus als weiterer Faktor, der den Status des Greenbacks als Reservewährung begünstigt und die kurzfristig negative Perspektive für den Rohstoff bestätigt, was darauf hindeutet, dass jede anschließende Aufwärtsbewegung eher zum Verkauf genutzt wird. Daher ist es ratsam, auf eine starke Anschlussnachfrage zu warten, bevor bestätigt werden kann, dass Gold seinen Tiefpunkt erreicht hat und eine Positionierung für weitere Gewinne sinnvoll ist.
Aus technischer Sicht behält das XAU/USD-Paar eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da es unter dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) bei 4.655,02 USD bleibt. Das Edelmetall wird zudem durch das 38,2%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs von März bis April gedeckelt, sodass der Kurs trotz einer moderaten Erholung von der Marke bei 4.500 USD, dem 50%-Retracement-Level, unter einer dichten Widerstandszone gefangen bleibt.
Unterdessen bleiben die Momentum-Indikatoren schwach, wobei der Relative Strength Index (RSI) unter der 50er-Linie bei 39,84 pendelt und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator sich im negativen Bereich befindet. Dies deutet darauf hin, dass die versuchte Erholung unter dem Überkopfwiderstand beim 38,2%-Fibo bei 4.595,23 USD weiter nachlassen könnte. Eine anschließende Aufwärtsbewegung könnte auf Widerstände nahe dem 200-Perioden-SMA bei 4.655,02 USD und anschließend am 23,6%-Retracement bei 4.711,12 USD stoßen.
Auf der Unterseite zeigt sich erste Unterstützung am 50%-Level nahe 4.501,57 USD, gefolgt vom 61,8%-Retracement bei 4.407,90 USD, mit tieferen Auffangzonen bei 4.274,55 USD und 4.104,68 USD, falls der Abwärtsdruck zunimmt.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.