Das Paar USD/CAD fällt am Dienstag im frühen asiatischen Handel auf fast 1,3620. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten nach Berichten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) über Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran stützen den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD).
Reuters berichtete am Montag, dass der Iran die VAE mit einer Salve von Raketen und Drohnen angegriffen habe, nachdem die USA eine große Operation zur Kontrolle der Straße von Hormus gestartet hatten. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte, die aktuelle Lage in der kritischen Wasserstraße mache „klar, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gibt.“
Der Iran hat die Straße von Hormus seit Wochen blockiert, was die größte Unterbrechung der Ölversorgung in der Geschichte ausgelöst und die Rohölpreise steigen lassen hat. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes öl-exportierendes Land ist und höhere Rohölpreise im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) haben.
Andererseits könnten hawkische Kommentare von Vertretern der US-Notenbank (Fed) helfen, die Verluste des Greenbacks zu begrenzen. Der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte am Sonntag, dass weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen werden könnten, insbesondere da Inflationsrisiken aufgrund steigender Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt erhöht bleiben.
Der US-ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor für April wird am Dienstag veröffentlicht. Bei einem stärker als erwarteten Ergebnis könnte dies dem USD gegenüber dem CAD etwas Unterstützung bieten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.