Das Währungspaar EUR/JPY sieht sich am Donnerstag mit frischem Angebot konfrontiert und stoppt damit die moderate Erholung des Vortages aus dem Bereich von 175,40 bzw. dem Wochentief. Die Spotpreise bleiben jedoch in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung weiterhin in einer vertrauten Handelsspanne gefangen, die in der vergangenen Woche oder so gehalten wurde, da Händler nun auf das geldpolitische Update der Europäischen Zentralbank (EZB) als neuen Impuls warten.
Es wird allgemein erwartet, dass die EZB die Leitzinsen unverändert lässt, während sie eine hawkische Tendenz in Richtung einer möglichen Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) im Dezember beibehält. Darüber hinaus wird der Fokus auf der begleitenden geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz nach der Sitzung liegen, bei der Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Gemeinschaftswährung beeinflussen sollten. Die unmittelbare Marktreaktion dürfte jedoch gedämpft ausfallen, da die EZB angesichts der schweren politischen und fiskalischen Turbulenzen in Frankreich möglicherweise darauf verzichten wird, eine explizite Forward Guidance zu geben, um sich geldpolitische Flexibilität zu bewahren.
Dies sowie das Auftreten von Käufen beim US-Dollar (USD) belasten die Gemeinschaftswährung, was wiederum als ein wesentlicher Faktor gilt, der einen gewissen Abwärtsdruck auf das Währungspaar EUR/JPY ausübt. Unterdessen setzt der japanische Yen (JPY) seine relative Underperformance fort, da der große Zinsunterschied zwischen Japan und anderen großen Volkswirtschaften den sogenannten Carry Trade aktiv hält. Darüber hinaus schürt Japans rekordhohe Schuldenquote im Verhältnis zum BIP weiterhin fiskalische Sorgen, hält die JPY-Bullen davon ab, aggressive Wetten einzugehen, und wirkt als Rückenwind für das Währungspaar.
Händler scheinen ebenfalls zurückhaltend zu sein und ziehen es vor, das Ergebnis der zweitägigen geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BoJ) am Freitag abzuwarten, der die Veröffentlichung des Tokioter VPI-Berichts vorausgehen wird. Anleger wetten gegen eine Zinserhöhung, obwohl von der japanischen Zentralbank erwartet wird, dass sie angesichts der zunehmend hartnäckigen Inflation eine hawkische Tendenz beibehält, was wiederum jede nennenswerte Abwertung des JPY begrenzen könnte. Dies deutet darauf hin, dass jeder Anstieg des Währungspaares EUR/JPY wahrscheinlich zum Verkauf genutzt wird, obwohl die Bären auf einen Bruch unter die Handelsspanne warten müssen, bevor sie sich für weitere Verluste positionieren.
Nach einer geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hält der EZB-Präsident eine Pressekonferenz zur Geldpolitik ab. Dessen Aussagen können die Schwankungen des Euro (EUR) beeinflussen und kurzfristig einen Aufwärts- oder Abwärtstrend auslösen. Ein eher straffer, sogenannt „hawkischer“ Ton wird dabei meist als positiv für den Euro gewertet, während ein zurückhaltender, „dovischer“ Ton in der Regel als negativ für die Währung gilt.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Do Okt. 29, 2026 13:45
Häufigkeit: Unregelmäßig
Prognose: -
Vorher: -
Quelle: European Central Bank
Warum das für Trader wichtig ist