Goldpreis brutal unter Druck: Jetzt zählt nur noch diese Marke

Der Goldpreis steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Nach dem kräftigen Rückgang der vergangenen Monate ist Gold inzwischen an einer Unterstützungszone angekommen, an der die Käufer zuletzt mehrfach zurückgeschlagen haben. Doch diesmal ist die Ausgangslage brisant: Der übergeordnete Trend zeigt weiter klar nach unten, wichtige gleitende Durchschnitte liegen über dem Kurs und auch die Momentum-Indikatoren sprechen bislang nicht für eine echte Trendwende.
Am Dienstag notierten die Gold-Futures (ICE) bei 4.014,15 US-Dollar. Damit liegt der Goldpreis deutlich unter dem exponentiellen 20-Tage-Durchschnitt bei 4.142,92 US-Dollar und auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 4.323,71 US-Dollar.
Kurz gesagt: Die Bären haben weiterhin die Oberhand.
Das wahrscheinlichste Szenario bleibt deshalb eine Fortsetzung des Abwärtstrends. Die technische Wahrscheinlichkeit dafür liegt aktuell bei 85 %. Entscheidend ist die Marke von 3.955 US-Dollar. Fällt sie nachhaltig, könnte der nächste Abwärtsschub starten.
Die Alternative wäre eine kurzfristige Trendwende nach oben. Dafür liegt die Wahrscheinlichkeit derzeit lediglich bei 15 %. Voraussetzung wäre zunächst ein Tagesschluss über 4.060 US-Dollar.
Wichtig dabei: Diese Prozentwerte beschreiben ausschließlich die Wahrscheinlichkeit der jeweiligen Szenarien auf Basis des aktuellen Charts. Sie sind keine Aussage darüber, wie wahrscheinlich ein konkreter Trade erfolgreich ist.
Goldpreis: Der Abwärtstrend ist weiter intakt
Wer sich den Chart anschaut, erkennt das Problem relativ schnell.
Seit Ende August bildet der Goldpreis tiefere Hochs. Das erste markante Hoch lag am 25. August bei 4.755,00 US-Dollar. Am 12. Oktober folgte nur noch ein Hoch bei 4.242,30 US-Dollar.
Auch auf der Unterseite setzt sich dieses Muster fort. Der Goldpreis rutschte zuletzt bis auf 3.989,10 US-Dollar am 23. Oktober ab.
Damit bleibt der fallende Trendkanal vollständig intakt.
Genau deshalb wird die Zone zwischen 3.955 und 3.990 US-Dollar jetzt so wichtig. In diesem Bereich lagen bereits die Tiefs aus Juni und Oktober, an denen Käufer in den Markt kamen.
Hält diese Zone erneut, könnte Gold zumindest kurzfristig Luft holen.
Bricht sie dagegen, wäre das ein klares Signal dafür, dass der bestehende Abwärtstrend noch nicht beendet ist.
Auf der Oberseite liegt die große Widerstandszone deutlich höher zwischen 4.510 und 4.560 US-Dollar. Dieser Bereich fungierte im Mai zunächst als Basis und entwickelte sich später zu einem Widerstand.
Kurzfristig viel wichtiger ist allerdings die Zone zwischen 4.043 und 4.060 US-Dollar.
Hier entscheidet sich, ob die aktuelle Erholung lediglich ein kurzer Gegenstoß bleibt oder ob die Käufer tatsächlich beginnen, verlorenes Terrain zurückzuerobern.
Warum beim Goldpreis weiter Vorsicht angesagt ist
Die technischen Indikatoren sprechen derzeit weiterhin eine recht klare Sprache.
Der Goldpreis liegt unter fallenden gleitenden Durchschnitten. Gleichzeitig steht der ADX bei 29,19.
Noch deutlicher wird die Lage beim Directional Movement Index.
Der -DI liegt bei 28,43 und damit klar über dem +DI bei lediglich 12,24.
Das zeigt: Der Verkaufsdruck ist weiterhin strukturell vorhanden.
Auch beim Momentum sieht das Bild bislang nicht nach einer bestätigten Wende aus.
Der RSI liegt bei 31,97, der CCI bei -134,35 und das MACD-Histogramm bei -9,03.
Damit ist der Goldpreis zwar bereits deutlich zurückgekommen, doch ein belastbares Kaufsignal lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Genau hier liegt allerdings auch die Gefahr für die Bären.
Der RSI nähert sich inzwischen dem überverkauften Bereich. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zwischenzeitlich zu kräftigen Gegenbewegungen kommt.
Das bedeutet: Der übergeordnete Trend bleibt schwach, doch kurzfristige Erholungen können trotzdem dynamisch ausfallen.
Der jüngste Anstieg aus der Nachfragezone ist deshalb noch kein Beweis für eine Trendwende. Bislang handelt es sich lediglich um eine kleine Gegenbewegung unterhalb zuvor gebrochener Unterstützungen.
Diese Marke könnte beim Goldpreis alles verändern
Damit sich das technische Bild wirklich verbessert, müsste der Goldpreis zunächst die Marke von 4.060 US-Dollar überwinden.
Ein Tagesschluss darüber wäre das erste ernsthafte Signal dafür, dass die Käufer wieder stärker werden.
Damit wäre die Arbeit allerdings noch nicht erledigt.
Im nächsten Schritt müsste Gold auch den fallenden 20-Tage-EMA bei rund 4.143 US-Dollar zurückerobern und sich darüber halten.
Erst dann würde das aktuell klar bearishe Bild spürbar an Überzeugung verlieren.
Das überverkaufte Momentum liefert zwar grundsätzlich die Basis für eine Erholung. Ein bestätigtes bullishes Candlestick-Signal gibt es momentan allerdings noch nicht.
Besonders wichtig wird deshalb die Zone zwischen 4.043 und 4.060 US-Dollar.
Solange dieser Bereich als Widerstand fungiert, bleibt jede Erholung anfällig.
Dreht Gold die Zone dagegen in eine Unterstützung, würde das bullishe Szenario deutlich an Qualität gewinnen.
Goldpreis: Diese Ziele sind jetzt wichtig
Für das bearishe Hauptszenario bleibt die Marke von 3.955 US-Dollar der entscheidende Trigger.
Ein bestätigtes Verkaufssignal wäre erst bei einem Schlusskurs unterhalb dieser Marke gegeben.
Ein aggressiverer Ansatz würde bereits auf einen erneuten Anstieg in die Zone zwischen 4.043 und 4.060 US-Dollar setzen. Dort könnte ein erneuter Rücksetzer entstehen, weil es sich um zuvor gebrochene Unterstützung handelt, die nun als Widerstand fungiert.
Für dieses aggressive bearishe Szenario liegt der Stop bei 4.095 US-Dollar.
Beim bestätigten bearishen Szenario wäre ein Einstieg unterhalb von 3.955 US-Dollar vorgesehen, idealerweise nach einem erneuten Test dieser Marke. Der Stop läge bei 4.010 US-Dollar.
Das erste Kursziel liegt bei 3.880 US-Dollar. Das entspricht einem Chance-Risiko-Verhältnis von 1,9.
Das zweite Ziel befindet sich bei 3.800 US-Dollar und würde ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3,3 ergeben.
Noch ist dieser bestätigte Short allerdings nicht aktiv. Dafür muss 3.955 US-Dollar zunächst tatsächlich brechen.
Genau deshalb ist der aggressive Ansatz technisch momentan interessanter. Er nutzt einen erneuten Test einer gebrochenen Unterstützung und bietet damit eine klarere Ausgangslage.
Auf der anderen Seite steht das bullishe Szenario.
Dafür braucht es einen Tagesschluss über 4.060 US-Dollar.
Nach einer entsprechenden Bestätigung wäre ein Einstieg bei 4.065 US-Dollar denkbar. Der Stop läge bei 4.015 US-Dollar.
Das erste Ziel wäre der 20-Tage-EMA bei 4.143 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,6.
Das zweite Ziel liegt bei 4.242 US-Dollar und entspricht einem Chance-Risiko-Verhältnis von 3,5.
Goldpreis vor Entscheidung: 3.955 US-Dollar im Fokus
Unterm Strich bleibt das technische Bild beim Goldpreis weiterhin bearish.
Der fallende Trendkanal ist intakt, die gleitenden Durchschnitte zeigen nach unten und auch das Richtungsmomentum spricht noch gegen eine nachhaltige Trendwende.
Im vergangenen Monat hat sich zudem kein klares Umkehrmuster gebildet.
Auch bei den Candlesticks fehlt bislang ein bestätigtes Tagessignal. Die jüngste Kerze wirkt in unmittelbarer Nähe der Unterstützungszone eher unentschlossen.
Das macht die kommenden Handelstage besonders spannend.
Auf der einen Seite ist der Goldpreis inzwischen weit genug gefallen, dass jederzeit eine kräftigere Gegenbewegung einsetzen kann.
Auf der anderen Seite gibt es bislang keinen technischen Beweis dafür, dass der Abwärtstrend tatsächlich beendet ist.
Genau deshalb sollten Anleger jetzt vor allem zwei Marken im Auge behalten.
Unterhalb von 3.955 US-Dollar droht eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung 3.880 und möglicherweise 3.800 US-Dollar.
Oberhalb von 4.060 US-Dollar würde sich das kurzfristige Bild dagegen erstmals verbessern. Gelingt anschließend auch die Rückeroberung des 20-Tage-EMA bei rund 4.143 US-Dollar, wäre das ein deutlich stärkeres Signal zugunsten der Käufer.
Bis dahin bleibt der Goldpreis technisch angeschlagen.
Die Unterstützung hält noch. Aber sie steht unter Druck.
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