Das Währungspaar EUR/JPY gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag an Stärke und notiert bei rund 185,20. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR) angesichts enttäuschender Daten zum japanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) ab. Händler bereiten sich auf den Bericht zur nationalen japanischen Verbraucherpreisinflation (VPI) vor, der am Freitag veröffentlicht wird.
Das Wirtschaftswachstum Japans im zweiten Quartal (Q2) blieb hinter den Prognosen zurück, wobei das BIP um 0,3% wuchs gegenüber einem Wachstum von 0,5% zuvor. Der Marktkonsens lag bei 0,5%. „Es gab Einschätzungen, dass Japans Wirtschaft angesichts höherer Importpreise und durch die verschärfte Iran-Situation bedingter Angebotsengpässe sogar in ein negatives Wachstum abrutschen könnte“, sagte Yoshiki Shinke, leitender Chefökonom am Dai-ichi Life Research Institute.
Allerdings könnten wachsende Marktwetten darauf, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze bereits im September 2026 anheben könnte, dazu beitragen, die Verluste des JPY zu begrenzen. Overnight-Index-Swaps preisen laut Reuters eine etwa 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine BoJ-Zinserhöhung auf der nächsten geldpolitischen Sitzung ein.
Analysten der Danske Bank halten an einer zurückhaltenden Einschätzung des verbleibenden Straffungszyklus fest und bekräftigen, dass sie „weiterhin nur eine weitere Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte erwarten“. Diese Prognose spiegelt ihre Einschätzung wider, dass über einen einzigen zusätzlichen Schritt hinaus die Argumente für eine weitere geldpolitische Straffung wahrscheinlich schwächer werden.
Im Tages-Chart weist EUR/JPY kurzfristig eine bullische Tendenz auf, da der Kurs über dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) und dem mittleren Band der 20-Tage-Bollinger-Bänder bleibt, was auf eine zugrunde liegende Nachfrage bei Rücksetzern hindeutet. Der Relative Strength Index (14) bei rund 56,75 liegt komfortabel über der neutralen 50-Marke und signalisiert ein konstruktives Momentum, während sich der Wechselkurs knapp unter den jüngsten Hochs konsolidiert.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim Hoch vom 17. Juni bei 186,32. Die nächste Hürde wird beim oberen Bollinger-Band um 187,50 gesehen, das die aktuelle Handelsspanne begrenzt und das nächste Ziel für die Bullen markiert.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 100-Tage-SMA bei 185,10, gefolgt vom mittleren Bollinger-Band nahe 184,00. Ein tieferer Pullback würde das Tief vom 10. August bei 182,70 freilegen, danach das untere Bollinger-Band bei 180,55, wo bei einer Herausforderung des breiteren Aufwärtstrends wahrscheinlich stärkeres Kaufinteresse aufkommen dürfte.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.