EUR/CAD beendet seine dreitägige Gewinnsträhne und notiert am Donnerstag während der europäischen Handelsstunden bei rund 1,6110. Das Währungspaar steht unter Abwärtsdruck, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) durch steigende Rohölpreise Unterstützung erhält.
Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, kombiniert mit festgefahrenen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran, haben den Anstieg am Rohölmarkt ausgelöst. Während sich die Konfrontation auf die kritische Wasserstraße der Straße von Hormus ausgeweitet hat, merkte US-Präsident Donald Trump an, dass Öllieferungen weiterhin durch die Passage fließen, was die Möglichkeit künftiger Gespräche mit Teheran offen lässt.
Trotz des aktuellen Vorteils des CAD könnte der EUR/CAD-Cross wieder Boden gutmachen, da der Euro (EUR) nach neuen politischen Änderungen des US-Finanzministeriums Unterstützung erhält. Durch die Verdopplung der Rückkaufobergrenzen für langfristige Notes und Bonds im kommenden Finanzquartal dürfte das Finanzministerium über sein General Account erhebliche Dollar-Liquidität in den Markt einspeisen, was den US-Dollar (USD) unter Druck setzt und rivalisierenden Währungen wie dem Euro (EUR) zugutekommt.
Analysten von ING weisen darauf hin, dass das zugrunde liegende Flussbild für die Eurozone weiterhin unterstützend bleibt, und merken an, dass "hinter den Kulissen Ausländer ebenfalls in großem Umfang Schuldtitel und Aktien aus der Eurozone kaufen." Sie verweisen auf gestern veröffentlichte EZB-Daten, denen zufolge ausländische Investoren "in den letzten 12 Monaten rund 1,1 Bio. Euro an Wertpapieren aus der Eurozone gekauft haben," was die robuste externe Nachfrage nach Vermögenswerten aus der Eurozone unterstreicht und die breitere Diversifizierungsstory für den Euro untermauert.
Darüber hinaus sorgen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Europas für zugrunde liegende Stärke des Euro. Steigende europäische Erdgaspreise, verursacht durch Lieferengpässe im Nahen Osten, halten die Inflationsrisiken hoch, was die Europäische Zentralbank (EZB) wahrscheinlich dazu veranlassen wird, in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen vorzunehmen.
Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im Juli im Jahresvergleich um 3,0%. Dieses beschleunigte Wachstum übertraf die Markterwartungen von 2,7% deutlich und markierte den stärksten jährlichen Anstieg seit April 2023, während die monatlichen Preise um 1,1% kräftig anzogen, was auf anhaltenden zugrunde liegenden Preisdruck in der gesamten Eurozone hindeutet.
Ökonomen von UBS heben hervor, dass die jüngsten deutschen Erzeugerpreisdaten "über den Konsenserwartungen lagen," spielen die breitere Bedeutung der Veröffentlichung jedoch herunter und weisen darauf hin, dass "nur sehr wenige Ökonomen sich die Mühe machen, diese Daten zu prognostizieren." Diese Einordnung deutet darauf hin, dass die positive Überraschung die Marktnarrative kaum wesentlich verändern dürfte, da die Reihe eher als sekundärer Indikator denn als wichtiger Treiber der Anlegerpositionierung gilt.