USD/CAD weitet seine Verluste den zweiten Tag in Folge aus und wird während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag bei rund 1,3800 gehandelt. Das Paar gibt nach, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) durch die verbesserten Ölpreise Unterstützung erhält.
Die Rohölpreise sind angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten stark gestiegen, da die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran weiterhin festgefahren sind. Die Konfrontation hat sich auf die wichtige Wasserstraße der Straße von Hormus ausgeweitet, obwohl US-Präsident Donald Trump anmerkte, dass die Öllieferungen weiterhin durch die Passage fließen, während er die Tür für künftige Verhandlungen mit Teheran offen ließ.
Laut TD Securities bleibt das geopolitische Umfeld ein wesentlicher Treiber für Rohöl, wobei die Bank warnt, dass der "Iran-Konflikt am Rande einer weiteren Eskalation steht." Vor diesem Hintergrund erhöhter regionaler Risiken und möglicher Angebotsstörungen argumentiert TD Securities, dass die Risikoprämie von Brent wahrscheinlich gestützt bleiben wird, da die Marktteilnehmer weiterhin die Möglichkeit weiterer Instabilität einpreisen.
Das Währungspaar USD/CAD verliert an Boden, da der US-Dollar (USD) aufgrund jüngster Wirtschaftsdaten und der geldpolitischen Erwartungen der Federal Reserve (Fed) nachgibt. Das Protokoll der Juli-Sitzung der Fed zeigte, dass die Entscheidungsträger eine baldige Anhebung der Zinsen befürworteten, falls die Inflation nicht nachlasse, nachdem sie den Leitzins bei 3,5%–3,75% stabil gehalten hatten.
Während die Inflationsindikatoren weiterhin über dem Ziel von 2% liegen, deuten die jüngsten Monatsdaten auf moderate Preisdrucke hin, was die Argumente für eine aggressive Straffung abschwächt. Diese Anzeichen einer nachlassenden Inflation haben die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung gedämpft. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 32,7% für eine Zinserhöhung der Fed auf der nächsten Sitzung ein, nach 47% vor einem Monat.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.