Die leitende Devisenstrategin der Rabobank, Jane Foley, sieht den AUD/USD derzeit unter Druck. Auf Tagessicht ist der australische Dollar die schwächste Währung unter den G10-Devisen. Trotz der Zweifel am Markt rechnet die Rabobank in diesem Jahr weiterhin mit einer weiteren Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA). Foley verweist auf die schwächere Nachfrage aus China, Belastungen für den Handel durch die Entwicklung an den Energiemärkten und ein nachlassendes wirtschaftliches Umfeld in Australien. Dennoch hält sie bis ins kommende Jahr einen moderaten Aufwärtstrend beim AUD/USD für möglich.
„Trotz der heutigen restriktiven Äußerungen des stellvertretenden Notenbankchefs Hauser steht der AUD/USD unter Druck. Der AUD ist auf Tagessicht die schwächste G10-Währung und auf Fünf-Tage-Sicht nach JPY und USD die drittschwächste. Während die Rabobank davon ausgeht, dass die RBA die Zinsen in diesem Jahr noch einmal anheben wird, ist der Markt weniger überzeugt.“
„Die vom Markt eingepreisten Leitzinsen spiegeln auf Sicht von drei Monaten derzeit lediglich Zinserhöhungen von 12 Basispunkten wider. Zudem werden am Markt mehrere Belastungsfaktoren genannt, darunter eine schwächere chinesische Nachfrage nach australischen Rohstoffen und ein nachlassendes heimisches Wirtschaftsumfeld, die den AUD künftig unter Druck setzen könnten.“
„Sollte der Iran-Krieg weiter eskalieren, könnten Zuflüsse in den US-Dollar als sicheren Hafen den AUD/USD kurzfristig wieder in Richtung 0,70 drücken. Wir sehen jedoch weiterhin Spielraum für einen moderaten Aufwärtstrend des AUD/USD bis ins kommende Jahr. Unterstützend wirken dabei das Risiko einer RBA-Zinserhöhung im November sowie die Einschätzung der Rabobank, dass die Fed ihre Geldpolitik in diesem Jahr nicht straffen wird.“
„Angesichts des schwachen chinesischen Wachstums und der vorherrschenden Einschätzung, dass sich der Zinserhöhungszyklus der RBA seinem Ende nähert, könnte der AUD an Attraktivität verlieren. Allerdings hat auch der USD in den vergangenen Wochen an Glanz eingebüßt, da die Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed zurückgegangen sind. Dies dürfte dem AUD/USD eine gewisse Unterstützung bieten.“
„Darüber hinaus ist Australiens Leistungsbilanz vor dem Hintergrund der hohen Nettoauslandsverbindlichkeiten des Landes ins Defizit gerutscht. Ein Leistungsbilanzdefizit geht zwar nicht zwangsläufig mit einer schwachen Währung einher, kann deren Anfälligkeit in Phasen breit angelegter Marktunsicherheit jedoch erhöhen.“