Das Paar USD/CAD notiert am Freitag im frühen europäischen Handel im negativen Bereich nahe 1,4075. Die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten treiben die Rohölpreise nach oben und stützen damit den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem US-Dollar (USD).
Die Ölpreise schossen nach oben, nachdem die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen Tanker im Roten Meer angegriffen hatten und damit eine wichtige Exportroute bedrohten, die Saudi-Arabien genutzt hat, um die Straße von Hormus zu umgehen. US-Präsident Donald Trump sagte, die USA würden Iran für die Aktionen der Huthis verantwortlich machen, und warnte, dass sowohl Iran als auch seine Huthi-Verbündeten bald eine „große militärische Bestrafung“ erhalten würden.
Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und hohe Rohölpreise in der Regel einen positiven Einfluss auf den Loonie haben.
Die vorläufigen Daten zum US S&P Global Purchasing Managers Index (PMI) werden später am Freitag im Fokus stehen. Sollten die Daten stärker als erwartet ausfallen, könnte dies dazu beitragen, die Verluste des Greenback kurzfristig zu begrenzen.
Im Tageschart behält USD/CAD den bullischen Ton bei, da sich der Kurs oberhalb des 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) hält. Allerdings fällt das Paar wieder unter den 20-Tage-Bollinger-SMA zurück, was nach dem jüngsten Anstieg auf einen Verlust der unmittelbaren Aufwärtsdynamik hindeutet. Der 14-Tage Relative Strength Index bei 47,9 liegt knapp unter der Mittellinie und signalisiert kurzfristig ein richtungsloses Momentum, da derzeit weder Bullen noch Bären dominieren.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 20-Tage-Bollinger-SMA um 1,4130, gefolgt von einer stärkeren Barriere am oberen Bollinger-Band nahe 1,4262. Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei etwa 1,4000 die erste Unterstützung, während der 100-Tage-SMA bei 1,3875 eine tiefere Nachfragezone absichert, falls der Verkaufsdruck zunimmt.
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Strategen bei Scotiabank heben einen konstruktiveren Ton von US-Vertretern zu den jüngsten Zollmaßnahmen hervor und weisen darauf hin, dass der US-Handelsbeauftragte Greer „etwas Hoffnung gegeben hat, dass die jüngste Zolloffensive aus Washington die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada langfristig nicht untergraben wird und dass die Gespräche bis zum Jahresende Fortschritte in Richtung einer umfassenderen Vereinbarung machen könnten.“ Dies, so ihre Einschätzung, trägt dazu bei, die Marktängste hinsichtlich der bilateralen Handelsaussichten zu dämpfen, auch wenn die Devisenmärkte weiterhin dem breiteren Trend des US-Dollars folgen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.