USD/CHF steigt am Montag leicht an, da nachlassende Hoffnungen auf ein kurzfristiges US-Iran-Friedensabkommen den US-Dollar (USD) stützen und den Schweizer Franken (CHF) trotz besser als erwarteter Schweizer Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Zahlen unter Druck halten. Zum Zeitpunkt der Abfassung liegt USD/CHF bei rund 0,7878 und damit fast 0,88% höher im Tagesverlauf.
Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass Teheran den Nachrichtenaustausch mit Washington über Israels Militäroperationen im Libanon ausgesetzt hat. Der Bericht erscheint, während Israel seine Militäroffensive gegen die Hisbollah im Süden des Libanon ausweitet.
Unterdessen tauschten die Vereinigten Staaten und der Iran am Wochenende neue Angriffe aus. Die jüngsten Entwicklungen halfen dem US-Dollar, sich zu erholen, nachdem er letzte Woche unter Druck geraten war, als Berichte aufkamen, dass Washington und Teheran eine vorläufige 60-tägige Absichtserklärung (MOU) erreicht hatten.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert nach der Erholung vom Zwei-Wochen-Tief am Freitag bei rund 99,33.
Die Ölpreise erholten sich ebenfalls deutlich und schüren weiterhin Inflationssorgen. West Texas Intermediate (WTI) Rohöl liegt am Montag mehr als 5% im Plus.
Höhere Energiekosten befeuern die Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen zur Bekämpfung der Inflation anheben muss, was die Renditen von US-Staatsanleihen steigen lässt.
Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die SNB die Geldpolitik unverändert lässt, da die Schweizer Inflation innerhalb des Zielbereichs der Zentralbank von 0–2% bleibt. Der für Donnerstag erwartete jährliche Verbraucherpreisindex (VPI) der Schweiz soll im Mai auf 0,8% steigen, nach 0,6% im April.
Bei den Daten stieg der S&P Global US Manufacturing Einkaufsmanagerindex (EMI) im Mai auf 55,1 von 54,5 im April, während der ISM Manufacturing EMI auf 54,0 kletterte und damit den höchsten Stand seit Mai 2022 erreichte.
Die Schweizer Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 0,7% gegenüber dem Vorquartal und übertraf damit die Prognosen von 0,5% nach einem Wachstum von 0,2% im Vorquartal. Der SVME Manufacturing EMI stieg im Mai auf 57,3 von 54,5 im April.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.
Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.