Das Paar AUD/USD gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch an Boden und notiert bei rund 0,7240. Der Australische Dollar (AUD) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) vor dem Hintergrund einer hawkischen Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA).
Die australische Zentralbank entschied am 5. Mai, die Zinssätze auf 4,35 % anzuheben, was die dritte aufeinanderfolgende Erhöhung in diesem Jahr darstellt und den Markterwartungen entspricht. Dieser Straffungszyklus bietet dem Aussie auf kurze Sicht weiterhin Unterstützung.
„Unsere Ökonomen erwarten, dass die RBA in einem ‚Abwarten-und-Beobachten‘-Modus verharrt; jedoch könnte eine weitere inländische fiskalische Unterstützung die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Straffungen erhöhen“, erklärten Ökonomen von HSBC.
Auf der USD-Seite zeigten am Dienstag veröffentlichte Daten des US Bureau of Labor Statistics (BLS), dass die jährliche Inflation in den USA, gemessen an der Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI), im April auf 3,8 % von 3,3 % im März anstieg. Dieser Wert lag über dem Marktkonsens von 3,7 % und erreichte den höchsten Stand seit Mai 2023.
Nach den starken US-Inflationsdaten erhöhten Händler laut dem CME FedWatch Tool die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) bis zum Jahresende auf etwa 30 %.
Der US-Erzeugerpreisindex (PPI)-Bericht wird später am Mittwoch im Fokus stehen. Es wird erwartet, dass der headline US-PPI im April im Jahresvergleich um 4,9 % steigt, verglichen mit 4,0 % im März, während der Kern-PPI voraussichtlich um 4,3 % im Jahresvergleich zulegen wird, gegenüber zuvor 3,8 %.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.