Die GBP/USD-Paarung hat Schwierigkeiten, den späten Anstieg des Vortages von der psychologischen Marke bei 1,3500, einem fast zweiwöchigen Tief, zu nutzen, und schwankt während des asiatischen Handels am Mittwoch in einer engen Spanne. Die Kassapreise bleiben unter dem Niveau von 1,3550 und scheinen angesichts einer Kombination negativer Faktoren anfällig für weitere Schwäche zu sein.
Das Britische Pfund (GBP) wird weiterhin durch eine schwere politische Krise im Vereinigten Königreich belastet, da über 80 Labour-Abgeordnete den Rücktritt von Premierminister Keir Starmer nach katastrophalen Ergebnissen bei den Kommunalwahlen fordern. Der US-Dollar (USD) hingegen konsolidiert die starken Gewinne des Vortages auf ein über einwöchiges Hoch, nachdem heiße US-Inflationsdaten die Wetten auf eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed) bekräftigten. Diese Faktoren wirken als Gegenwind für das GBP/USD-Paar.
Das US Bureau of Labor Statistics (BLS) berichtete am Dienstag, dass der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im April im Jahresvergleich um 3,8 % gestiegen ist, was den größten Anstieg seit Mai 2023 darstellt. Zudem stieg der Kernindex, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, monatlich um 0,4 % und jährlich um 2,8 %. Die Händler reagierten schnell und preisen nun eine etwa 35%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Sitzung im Dezember 2026 ein.
Dies kommt zusätzlich zu schwindenden Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran und untermauert weiter den Status des USD als Reservewährung, was die Argumentation für eine weitere kurzfristige Abwertung des GBP/USD-Paares stützt. In der jüngsten Entwicklung der Nahostkrise erklärte US-Präsident Donald Trump, dass der Waffenstillstand mit dem Iran „auf der Intensivstation“ liege, während Teheran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges angesichts erheblicher Meinungsverschiedenheiten über das Atomprogramm und die strategisch wichtige Straße von Hormus ablehnte.
Die Händler blicken nun der Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (PPI) für frische Impulse im frühen nordamerikanischen Handel entgegen. Darüber hinaus könnten die anstehenden geopolitischen Schlagzeilen weiterhin Volatilität an den Finanzmärkten erzeugen und kurzfristige Handelsmöglichkeiten rund um das GBP/USD-Paar bieten. Dennoch spricht der fundamentale Hintergrund für bärische Händler und legt nahe, dass der Weg des geringsten Widerstands für die Kassapreise nach unten führt.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.