Die indische Regierung hat die Importzölle auf Gold und Silber von 6 % auf 15 % erhöht, um den Kauf von Edelmetallen zu entmutigen und so den Druck auf die Devisenreserven des Landes zu verringern, berichtet Reuters.
Die Regierung hat eine 10%ige Grundzollabgabe und eine 5%ige Abgabe für Landwirtschaftsinfrastruktur und -entwicklung (AIDC) auf Gold- und Silberimporte verhängt, wodurch die effektive Importsteuer von 6 % auf 15 % steigt.
Die Regierung hat eine Grundzollgebühr von 10 % und eine Abgabe für landwirtschaftliche Infrastruktur und Entwicklung (AIDC) von 5 % auf Gold- und Silberimporte verhängt, wodurch die effektive Importsteuer auf 15 % steigt, so die Mitteilung des Finanzministeriums gemäß dem Zollgesetz
Die Marktteilnehmer hatten diesen Schritt bereits erwartet, da der indische Premierminister Narendra Modi die Bürger bei einer Veranstaltung in Hyderabad am Wochenende aufforderte, Goldkäufe für ein Jahr zu verschieben, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und auf Auslandsreisen zu verzichten, um die Devisenreserven Indiens zu schonen
Indiens Wirtschaft verzeichnete zwischen 2006 und 2023 ein durchschnittliches Wachstum von 6,13 %, was zu einem Anstieg ausländischer Investitionen führte. Dies erhöht die Nachfrage nach der indischen Rupie.
Da Indien einen Großteil seines Öls importieren muss, wirkt sich der Ölpreis direkt auf die Rupie aus. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, erhöht ein steigender Ölpreis die Nachfrage nach US-Dollar, was zu einem Abverkauf der Rupie führt und deren Wert mindert.
Inflation spielt eine doppelte Rolle: Sie signalisiert zwar eine erhöhte Geldmenge, die den Wert der Rupie grundsätzlich schwächt. Übersteigt die Inflation jedoch das Ziel von 4 % der Reserve Bank of India (RBI), reagiert die Zentralbank mit Zinserhöhungen, um die Geldmenge durch eine restriktivere Kreditvergabe zu reduzieren. Höhere Zinssätze, insbesondere Realzinsen, stärken die Rupie zusätzlich, da sie Indien für internationale Investoren als Kapitalziel attraktiver machen. Sinkt die Inflation, kann dies ebenfalls unterstützend wirken, während niedrigere Zinssätze tendenziell eine abwertende Wirkung auf die Währung haben.
Indien kämpft historisch gesehen mit einem Handelsbilanzdefizit, bei dem die Importe die Exporte übersteigen. Da ein Großteil des internationalen Handels in US-Dollar abgewickelt wird, steigt in bestimmten Phasen – sei es durch saisonale Nachfragespitzen oder ein hohes Importvolumen – die Nachfrage nach US-Dollar deutlich an. In solchen Zeiten wird die Rupie vermehrt verkauft, um Dollars zu kaufen, was zu einer Abwertung führt. Auch in Phasen erhöhter Marktvolatilität kann die Nachfrage nach US-Dollar sprunghaft ansteigen, was den Kurs der Rupie zusätzlich belastet.