Gold (XAU/USD) fällt am Dienstag um mehr als 1 %, da die US-Inflation heißer als erwartet ausfiel, was die Anleger dazu veranlasste, Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) im Jahr 2026 auszuschließen. Das XAU/USD-Paar notiert bei 4.678 USD, nachdem es ein Tageshoch von 4.773 USD erreicht hatte.
Die USA und der Iran sind in Bezug auf das Ende des Konflikts auf eine Pattsituation gestoßen. Die Reaktion Teherans verärgerte US-Präsident Donald Trump, der am Montag sagte, dass die Antwort Irans „völlig inakzeptabel“ sei, und eine Sitzung seines Nationalen Sicherheitsrats einberief, um seine Optionen zu bewerten. Axios berichtete, dass US-Beamte verschiedene Szenarien in Betracht ziehen, einschließlich der Möglichkeit, militärische Aktivitäten wieder aufzunehmen.
Die Ölpreise sprangen aufgrund der Schlagzeilen nach oben, und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt West Texas Intermediate (WTI) über 3,20 % höher bei 101,50 USD, was ein Gegenwind für das gelbe Metall ist. Der Greenback, der positiv mit WTI korreliert, steigt laut dem US-Dollar-Index (DXY) um 0,48 %.
Der DXY, der die Performance des US-Dollars gegenüber einem Korb von sechs Währungen verfolgt, notiert nahe einem Fünf-Tage-Hoch bei etwa 98,37.
Der Anstieg der Energiepreise stützte die US-Inflationsdaten für April. Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Jahresvergleich um 3,8 %, nach zuvor 3,3 %, und übertraf damit die Schätzungen von 3,7 %, so das US Bureau of Labor Statistics (BLS). Der Kern-VPI, der volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, stieg ebenfalls um 2,8 % im Jahresvergleich und lag damit über der Schätzung von 2,7 %.
Folglich stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen leicht an, wobei die 10-jährige US-Staatsanleihe um 4,5 Basispunkte auf 4,457 % zulegte. Gleichzeitig preisten die Anleger laut Daten von Prime Terminal eine fast 30%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung gegen Ende 2026 ein.

In weiteren Nachrichten bestätigte der US-Senat Trumps Kandidaten Kevin Warsh als neues Mitglied des Fed-Vorstands. Die Abstimmung über seine Bestätigung als Fed-Vorsitzender findet am Mittwoch statt, zwei Tage vor Jerome Powells letztem Tag als Vorsitzender des Vorstands.
Der US-Wirtschaftskalender sieht die Veröffentlichung des Erzeugerpreisindex (PPI) für April sowie eine Rede des Präsidenten der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, vor.
Gold scheint sich weiterhin zwischen wichtigen Unterstützungs- und Widerstandsniveaus zu konsolidieren, wobei das Momentum gemäß dem Relative Strength Index (RSI) moderat bärisch wird, da dieser kürzlich die neutrale 50er-Marke nach unten durchbrochen hat. Zudem ist XAU/USD unter 4.700 USD gefallen, was die Tür für eine Prüfung wichtiger Unterstützungsniveaus öffnet.
Zunächst liegt der 20-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.687 USD, bevor die Marke von 4.600 USD getestet wird. Danach ist das Swing-Tief vom 4. Mai bei rund 4.500 USD das nächste wichtige Niveau.
Auf der Oberseite ist der erste wichtige Widerstand die Marke von 4.700 USD. Ein Durchbruch darüber würde den 50-Tage-SMA bei 4.757 USD freilegen. Sollte dieses Niveau fallen, könnten die Bullen den 100-Tage-SMA nahe 4.776 USD anvisieren, gefolgt von der runden Marke von 4.800 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.