Der Euro (EUR) steht am Dienstag unter Druck gegenüber dem US-Dollar (USD), da heißere als erwartete US-Inflationsdaten den Greenback stärken und die US-Treasury-Renditen nach oben treiben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD bei rund 1,1743 und liegt damit etwa 0,35% unter dem Vortag.
Daten des Bureau of Labor Statistics zeigten, dass der Gesamtverbraucherpreisindex (VPI) im April im Monatsvergleich um 0,6% stieg, nach einem Anstieg von 0,9% im März, und damit den Markterwartungen entsprach. Auf Jahresbasis beschleunigte sich die Inflation auf 3,8% von zuvor 3,3% und lag über den Prognosen von 3,7%.
Unterdessen stieg der Kern-VPI, der volatile Preise für Nahrungsmittel und Energie ausschließt, im Monatsvergleich um 0,4%, nach 0,2% im März und übertraf damit die Erwartungen von 0,3%. Die jährliche Kerninflation kletterte auf 2,8% von 2,6% und übertraf ebenfalls die Prognosen von 2,7%.
Die US-Inflation beschleunigte sich im April zum zweiten Mal in Folge, was vor allem auf höhere Energiepreise zurückzuführen ist, da Ölpreise angesichts von Störungen rund um die Straße von Hormus erhöht blieben.
Die stärker als erwarteten Inflationsdaten zusammen mit dem optimistischen Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht der letzten Woche verstärkten die Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen länger hoch halten könnte.
Laut dem CME FedWatch Tool erwarten Händler derzeit, dass die Fed die Zinsen in den kommenden Monaten unverändert lässt, erhöhen jedoch gleichzeitig die Wetten auf eine mögliche Zinserhöhung später in diesem Jahr. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung im September liegt derzeit bei etwa 13,5% und steigt für die Sitzung im Dezember auf rund 32%.
Steigende hawkishe Fed-Erwartungen und anhaltende Unsicherheiten in den US-Iran-Verhandlungen helfen dem US-Dollar, sich von den jüngsten Tiefständen zu erholen. Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 98,37 und liegt damit etwa 0,35% im Plus zum Tagesverlauf.
In der Eurozone rechnen Händler in diesem Jahr mit mindestens zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB), da die steigenden Energiepreise die Inflationsrisiken weiter anheizen. Allerdings sorgt die hohe Belastung der Eurozone durch steigende Energiekosten auch für Sorgen über ein langsameres Wirtschaftswachstum, was die Fähigkeit der EZB einschränken könnte, die Geldpolitik aggressiv zu straffen.