Das Paar USD/JPY gewinnt am Dienstag in den frühen europäischen Handelsstunden an Schwung und nähert sich 157,55. Erneute geopolitische Spannungen im Nahen Osten stärken den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY). Händler warten später am Dienstag auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten für April, um neue Impulse zu erhalten.
CNN berichtete am Montag, dass einige Berater von US-Präsident Donald Trump sagten, Trump erwäge nun ernster eine Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen im Iran. Trump erklärte außerdem, dass der Waffenstillstand nach dem jüngsten Gegenangebot Irans zur Beendigung der Feindseligkeiten auf „massiver lebenserhaltender Unterstützung“ stehe. Anzeichen für einen langwierigen Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnten dem Greenback kurzfristig Auftrieb geben.
Der US-VPI-Inflationsbericht wird später am Tag im Fokus stehen. Es wird erwartet, dass die Gesamtinflation des VPI im April auf 3,7% ansteigt, nach 3,3% im März, getrieben durch stark steigende Energiekosten im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten.
Unterdessen wird prognostiziert, dass die Kerninflation des VPI im gleichen Zeitraum von 2,6% im März auf 2,7% steigt. Ein heißerer als erwarteter Bericht könnte potenzielle Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) weiter verzögern und den USD gegenüber dem JPY stützen.
Dennoch könnte das potenzielle Aufwärtspotenzial des Paares angesichts von Interventionsängsten begrenzt sein. Japans Finanzminister Satsuki Katayama sagte am Dienstag, dass Japan und die Vereinigten Staaten (USA) ihre enge Zusammenarbeit bei Währungsbewegungen bekräftigt haben. Letzte Woche erklärte Japans oberster Devisenbeamter Atsushi Mimura, dass eine fortgesetzte Intervention möglich sei.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.