Das Währungspaar GBP/USD erholt sich um fast 50 Pips nach einem bärischen Gap-Opening zu Beginn einer neuen Woche und klettert während der asiatischen Sitzung zurück zur Marke von 1,3600. Eine moderate Stärke des US-Dollars (USD) könnte jedoch weitere Kursgewinne der Kassapreise begrenzen.
US-Präsident Donald Trump und der Iran lehnten gegenseitig ihre Friedensvorschläge zur Beendigung des Krieges und zur schrittweisen Wiedereröffnung der Straße von Hormus ab, angesichts erheblicher Meinungsverschiedenheiten über Irans Nuklearprogramm. Dies kommt zu den erneuten Feindseligkeiten hinzu und hält die geopolitischen Risiken aufrecht, was wiederum dem sicheren Hafen Greenback hilft, einige Käufer anzuziehen und den Kurs des GBP/USD-Paares begrenzen sollte.
Unterdessen lösen die jüngsten Entwicklungen eine neue Aufwärtsbewegung bei den Rohölpreisen aus und beleben inflationsbedingte Sorgen. Hinzu kommt der optimistische US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP) vom Freitag, der die Argumentation für die US-Notenbank (Fed) stützt, an ihrer hawkischen Haltung festzuhalten, und die hohen Renditen von US-Staatsanleihen unterstützt. Dies verleiht dem USD zusätzlichen Rückhalt und gebietet den GBP/USD-Bullen Vorsicht.
Das britische Pfund (GBP) wird hingegen durch nachlassende Sorgen über die Position von Premierminister Keir Starmer gestützt, insbesondere nach den schweren Verlusten seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen in England sowie bei Parlamentswahlen in Schottland und Wales. Darüber hinaus unterstützt das hawkische Signal der Bank of England (BoE), dass Zinserhöhungen angemessen sein könnten, falls die Inflation anhaltend bleibt, das GBP/USD-Paar.
Für den weiteren Verlauf sind am Montag keine relevanten marktrelevanten Wirtschaftsdaten zu erwarten, sodass die Kassapreise dem US-Dollar und den anstehenden geopolitischen Schlagzeilen ausgeliefert sind. Dennoch macht der gemischte fundamentale Hintergrund zusammen mit der jüngsten seitwärts gerichteten Kursentwicklung der vergangenen Woche eine vorsichtige Haltung ratsam, indem auf starke Anschlusskäufe gewartet wird, bevor man sich für weitere Kursgewinne positioniert.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.