Das Australian Bureau of Statistics (ABS) wird seine Daten für März am Mittwoch um 01:30 GMT veröffentlichen. Es wird erwartet, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) im März im Jahresvergleich um 4,7% steigt, verglichen mit 3,7% im Februar.
Der VPI misst die Veränderungen der Preise eines umfassenden Waren- und Dienstleistungskorbs, der von privaten Haushalten erworben wird. Der Indikator ist das primäre Maß für die Gesamtinflation, nachdem eine neue Methodik angewandt wurde, um von vierteljährlichen auf monatliche Messungen umzustellen, was ab April 2024 gilt.
AUD/USD notiert im Tagesverlauf vor der Veröffentlichung der monatlichen VPI-Daten Australiens negativ. Das Paar fällt, da der US-Dollar (USD) angesichts der Unsicherheit über die US-Iran-Friedensgespräche und die Schließung der Straße von Hormus an Stärke gewinnt.
Fallen die Daten heißer als erwartet aus, könnte dies den Australischen Dollar (AUD) stärken, wobei die erste bullische Barriere bei der psychologischen Marke von 0,7200 liegt. Der nächste Widerstand ergibt sich am Hoch vom 17. April bei 0,7222, auf dem Weg zum Wochenhoch vom 30. Mai 2022 bei 0,7283.
Auf der Unterseite bietet das Tief vom 27. April bei 0,7131 den Käufern etwas Halt. Anhaltende Verluste könnten zu einem Rückgang auf die runde Marke von 0,7100 führen. Die nächste wichtige Unterstützung liegt am Tief vom 13. März bei 0,6980.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.