Das Paar USD/JPY kämpft damit, die über Nacht erzielte leichte Erholung von unter 159,00, einem Ein-Wochen-Tief, zu nutzen, und schwankt während der asiatischen Handelssitzung am Mittwoch in einer engen Spanne. Die Kassapreise notieren derzeit um den Bereich von 159,50, nahezu unverändert zum Tagesverlauf, und bleiben innerhalb einer bekannten Handelsspanne, die sich über den vergangenen Monat erstreckt.
Trotz der hawkischen Zinspause der Bank of Japan (BoJ) am Dienstag setzt der japanische Yen (JPY) seinen Kampf fort, bedeutende Käufer anzuziehen, angesichts wirtschaftlicher Sorgen infolge des Iran-Kriegs und der faktischen Schließung der Straße von Hormus. Der US-Dollar (USD) profitiert hingegen von seinem Status als Reservewährung vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und erweist sich als weiterer Faktor, der dem Paar USD/JPY Rückenwind verleiht.
Die Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der US-Iran-Friedensgespräche schwanden, nachdem US-Präsident Donald Trump den geplanten Besuch seines Sondergesandten in Pakistan absagte. Zudem bleibt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aufgrund von Irans Bewegungseinschränkungen und der US-Blockade iranischer Häfen blockiert. Da Japan auf Energieimporte aus dem Nahen Osten angewiesen ist, schürt die Störung Befürchtungen, dass die Wirtschaft in absehbarer Zeit unter Druck geraten könnte.
Unterdessen deuten Medienberichte darauf hin, dass Trump mit Irans neuem Vorschlag zur Beilegung des Kriegs und zur Wiedereröffnung der strategischen Wasserstraße unzufrieden war, jedoch die Diskussion über Irans Atomprogramm beiseitelegen würde. Dies unterstützt weiterhin die erhöhten Rohölpreise, belebt inflationsbedingte Sorgen und die hawkischen Erwartungen an die US-Notenbank (Fed). Die Aussichten gelten somit als weiterer Faktor, der den USD stützt und dem Paar USD/JPY Unterstützung bietet.
Die USD-Bullen scheinen jedoch zögerlich, aggressive Wetten zu platzieren, und bevorzugen es, auf das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung zu warten. Die Investoren werden nach neuen Hinweisen zur zukünftigen geldpolitischen Ausrichtung der Fed suchen, die den USD antreiben und dem Paar USD/JPY neuen Schwung verleihen wird. Dennoch sollten die Aussichten auf eine bevorstehende Zinserhöhung der BoJ sowie Spekulationen, dass die Behörden eingreifen werden, um eine weitere Schwäche des JPY zu stoppen, die Kassapreise unter der psychologischen Marke von 160,00 begrenzen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.