AUD/JPY bewegt sich nach drei Verlusttagen seitwärts und notiert während der asiatischen Handelszeit am Donnerstag um 110,90. Das Währungspaar hält sich, da der Australische Dollar (AUD) Unterstützung findet, nachdem der stellvertretende Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), Christopher Kent, die Entscheidungsträger davor gewarnt hat, die Inflation angesichts steigender Energiepreise eindämmen zu müssen.
Kent betonte das Engagement des Vorstands für eine niedrige, stabile Inflation und Vollbeschäftigung und wies darauf hin, dass dies eine straffere Geldpolitik erfordern könnte, während kurzfristige Preisspitzen daran gehindert werden müssen, sich in langfristigen Inflationserwartungen zu verankern.
Der AUD geriet jedoch nach schwächeren heimischen Inflationsdaten unter Druck. Die jährliche Verbraucherpreisinflation Australiens verlangsamte sich im Februar auf 3,7 % im Jahresvergleich von 3,8 % im Januar, während der bereinigte Kern-VPI bei 3,3 % lag, unter der Prognose von 3,4 % und auf dem Niveau der revidierten Januarwerte.
Das AUD/JPY-Paar bewegt sich kaum, da der japanische Yen (JPY) Unterstützung aus steigenden Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) erhält. Diese Erwartungen werden durch einen ölbedingten Inflationsschock im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt angetrieben, wobei globale Zentralbanken ihre Bereitschaft signalisieren, angesichts anhaltender Preisdrucke die Geldpolitik zu straffen. Während die BoJ im März ihren Leitzins unverändert ließ, ließ Gouverneur Kazuo Ueda die Tür für eine mögliche Maßnahme im April offen.
Unterdessen stiegen die Renditen japanischer Staatsanleihen, wobei die 10-jährige Rendite am Donnerstag auf 2,27 % kletterte und damit einen zweitägigen Rückgang beendete. Auch kürzere Laufzeiten legten zu, wobei die 2-jährigen Renditen ein Drei-Jahrzehnte-Hoch erreichten und die 5-jährigen Renditen Rekordwerte verzeichneten. Der Anstieg der Renditen japanischer Staatsanleihen deutet auf eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen und wachsende Erwartungen höherer Zinssätze hin.
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.