Der Chief Investment Officer von Bitwise Asset Management, Matt Hougan, hat einen optimistischen langfristigen Ausblick für den Stablecoin-Anbieter Circle Internet Financial skizziert. Demnach könnte das Unternehmen bis 2030 eine Bewertung von 75 Milliarden US-Dollar erreichen.
In einem Memo vom Mittwoch bezeichnete Hougan die jüngsten Kursverluste der Circle-Aktie als „übertrieben“ und argumentierte, dass die grundlegenden Kennzahlen des Unternehmens weiterhin stark seien.
Seine Prognose stützt sich auf eine Einschätzung der Citigroup, wonach der globale Stablecoin-Markt bis 2030 ein Volumen von 1,9 Billionen US-Dollar erreichen könnte. Unter der Annahme, dass Circle etwa 25 Prozent dieses Marktes hält, rechnet Hougan damit, dass das Unternehmen von der weiteren Verbreitung profitieren wird.
Obwohl Banken und Fintech-Unternehmen eigene Stablecoins auf den Markt bringen könnten, sieht Hougan die Position von Circle nicht unmittelbar gefährdet.
„Ich bin skeptisch, dass große Banken Circle verdrängen werden. Ich halte es für ebenso wahrscheinlich, dass der Marktanteil von Circle weiter wächst. Schließlich hat Circle zwar ‚nur‘ etwa 25 Prozent am gesamten Stablecoin-Markt, aber einen deutlich größeren Anteil im regulierten Segment“, schrieb er.
Zudem geht Hougan von einem Jahresumsatz von rund 3,8 Milliarden US-Dollar bei einer Wachstumsrate von 0,8 Prozent aus sowie von einem Nettogewinn von etwa 2,7 Milliarden US-Dollar.
Das Memo betont, dass das Wachstum von Stablecoins stärker durch ihre Nutzbarkeit als durch Renditen getrieben wird. Viele Nutzer akzeptieren bereits geringe Erträge auf klassischen Bankkonten zugunsten von Komfort und Verlässlichkeit.
„Menschen halten diese Anlagen, weil sie überall funktionieren und Vertrauen genießen, nicht wegen der Verzinsung. Diese Art von Bindung verschwindet nicht über Nacht“, ergänzte Hougan.
Stablecoins bieten zusätzliche Vorteile wie schnellere internationale Transaktionen, kontinuierliche Abwicklung und Einsatzmöglichkeiten als Sicherheiten in Blockchain-basierten Systemen. Daher könnte die Nachfrage auch ohne Zinsanreize weiter steigen, heißt es in dem Memo.
Hougans Einschätzung erfolgt vor dem Hintergrund von Spekulationen, wonach der jüngste Entwurf des sogenannten CLARITY Act draft Einschränkungen bei der Verzinsung oder ähnlichen Anreizen für Stablecoins vorsieht. Dies könnte zwar bestimmte Nutzervorteile begrenzen, zugleich aber den Druck auf Anbieter wie Circle verringern, Zinserträge zu teilen, was langfristig die Margen stützen könnte.
Die Circle-Aktie war am Dienstag nach entsprechenden Ankündigungen um 20 Prozent gefallen. Am Mittwoch setzte jedoch eine Erholung ein, der Kurs legte um knapp 3 Prozent zu.