Das Paar EUR/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Mittwoch an Stärke und nähert sich der Marke von 1,1630. Der Euro (EUR) steigt gegenüber dem US-Dollar (USD) nach Berichten, dass die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran möglicherweise bereits am Donnerstag hochrangige Gespräche führen könnten.
Die USA suchen einen diplomatischen Weg zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten, was risikoreichere Vermögenswerte wie die Gemeinschaftswährung stützt. Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass die USA und eine Gruppe regionaler Vermittler die Möglichkeit hochrangiger Friedensgespräche mit dem Iran bereits am Donnerstag erörtern, aber noch auf eine Antwort aus Teheran warten.
Ein israelischer Beamter sagte, ein Abkommen „scheine derzeit nicht greifbar zu sein“, da Israel eine weitere Angriffswelle gegen den Iran durchführte und Teheran Angriffe auf Tel Aviv startete. Anhaltende Konflikte im Nahen Osten könnten sichere Häfen wie den Greenback stärken und als Gegenwind für das Hauptwährungspaar wirken.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ auf ihrer Sitzung im März letzte Woche die Leitzinsen unverändert, wobei der Einlagensatz bei 2,00 % lag. Trotz der Pause haben steigende Inflationsängste, ausgelöst durch den Nahostkonflikt und die stark gestiegenen Energiepreise, die Erwartungen an Zinserhöhungen angeheizt. Die Analysten von Goldman Sachs erklärten, sie erwarteten, dass die EZB im April und Juni jeweils eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (Bp) vornehmen wird, und schließen sich damit den Einschätzungen von J.P. Morgan und Barclays an.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.