Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt am frühen Mittwoch im asiatischen Handel etwas verlorenen Boden zurück und notiert bei rund 4.470 USD. Das Edelmetall steigt leicht an, nachdem es zuvor eine Phase extremer Volatilität durchlaufen hatte, in der der Preis auf ein Viermonatstief nahe 4.100 USD fiel – die schlechteste Wochenperformance seit 1983.
Bloomberg berichtete am Dienstag, dass US-Präsident Donald Trump signalisiert habe, der Iran habe als Zeichen des guten Willens in den von ihm behaupteten laufenden Verhandlungen zur Beendigung eines 25-tägigen Konflikts, der die globalen Märkte erschüttert hat, ein „Geschenk“ angeboten, obwohl er gleichzeitig weitere Truppen in den Nahen Osten entsendet.
Diese Schlagzeile erschien, während Mohsen Rezaei, der leitende Militärberater des iranischen Obersten Führers Mojtaba Khamenei, am Dienstag erklärte, der Krieg werde so lange andauern, bis der Iran eine vollständige Entschädigung für die erlittenen Schäden erhalte. Die Unsicherheit und anhaltenden Spannungen im Nahen Osten könnten das gelbe Metall als traditionelles sicherer Hafen-Asset kurzfristig stützen.
Andererseits treiben die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten die Energiepreise nach oben und verringern die Erwartungen an Zinssenkungen in den USA. Dies könnte kurzfristig auf das renditefreie Gold drücken. „Die Aussicht auf höhere Zinssätze infolge des Krieges könnte bei Investoren die Nachfrage nach Staatsanleihen steigern, zulasten der renditelosen Edelmetalle“, erklärten Marktstrategen gegenüber CNBC.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.