Das Währungspaar USD/JPY weitet die Rallye auf etwa 156,85 während der frühen asiatischen Sitzung am Donnerstag aus. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich auf ein Zwei-Wochen-Tief gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da Bedenken über die fiskalische Gesundheit Japans unter der expansiven Ausgabenpolitik von Premierministerin Sanae Takaichi bestehen. Händler werden die bevorstehenden Neuwahlen in Japan, die für Sonntag angesetzt sind, genau beobachten.
Takaichis regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) wird voraussichtlich bei den nationalen Wahlen mehr Sitze gewinnen, da sie die Wählerunterstützung für erhöhte Ausgaben, Steuersenkungen und eine neue Sicherheitsstrategie sucht. Ihre expansiven Fiskalpolitiken wecken Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Aussichten Japans, da Ängste vor schuldenfinanzierten Ausgaben den JPY nach unten ziehen und dem Paar Rückenwind verleihen.
Die Märkte bleiben wachsam gegenüber möglichen Interventionen der japanischen Behörden. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte am Dienstag, dass sie weiterhin eng mit den US-Behörden koordinieren werde, falls erforderlich, basierend auf einer gemeinsamen Erklärung von Japan und den USA, die im September letzten Jahres veröffentlicht wurde, und angemessen reagieren werde. Interventionsängste könnten den japanischen Yen stärken und dem Paar kurzfristig Gegenwind verleihen.
Auf der Seite des USD nominierte US-Präsident Donald Trump am Freitag Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed). Die Erwartungen, dass Trumps Wahl für die Leitung der US-Zentralbank die Beibehaltung hoher Zinssätze begünstigen würde, könnten den Greenback kurzfristig gegenüber dem JPY stärken.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.