Das Paar USD/CHF handelt im negativen Bereich und verzeichnet am Dienstag im frühen europäischen Handel den dritten Tag in Folge einen Kurs um 0,7960. Der Schweizer Franken (CHF) stärkt sich gegenüber dem Dollar, da die Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump die Nachfrage nach sicheren Häfen anheizen.
Trump erklärte am Samstag, dass er am 1. Februar 10 % Zölle auf Waren aus Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich erheben werde. Diese würden auf 25 % steigen, wenn bis zum 1. Juni keine Einigung erzielt wird. Drohungen der USA gegenüber der Europäischen Union über die Zukunft Grönlands haben den sogenannten "Sell America"-Handel ausgelöst, was zu Verkaufsdruck auf den US-Dollar (USD) insgesamt führte.
"Investoren haben Dollar-Assets verkauft aus Angst vor anhaltender Unsicherheit, angespannten Allianzen, einem Vertrauensverlust in die US-Führung, potenziellen Vergeltungsmaßnahmen und einer Beschleunigung der De-Dollarization-Trends," sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG in Sydney.
Händler werden am Dienstag auch die Schweizer Erzeuger- und Importpreise für Dezember sowie die Rede des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, im Auge behalten. In der Zwischenzeit könnten Anzeichen für eskalierende geopolitische Spannungen oder wirtschaftliche Unsicherheit den Schweizer Franken stärken, da er als sichere Hafenwährung gilt.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.