Das Währungspaar USD/JPY stürzt am Donnerstag im frühen asiatischen Handel auf etwa 158,25. Der Japanische Yen (JPY) erholt sich gegenüber dem US-Dollar (USD), nachdem japanische Beamte vor einer möglichen Intervention gewarnt haben, um die Währung zu stützen. Händler werden am Donnerstag später auf den wöchentlichen Bericht über die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sowie auf die Äußerungen der Fed achten.
Zu Beginn dieser Woche fiel der JPY angesichts von Bedenken über eine lockerere Fiskal- und Geldpolitik, da die Spekulation zunimmt, dass Premierministerin Sanae Takaichi eine vorzeitige Neuwahl ansetzen wird, um ihre Macht zu konsolidieren. Allerdings könnte der Rückgang des JPY angesichts der Interventionserwartungen der japanischen Behörden begrenzt sein. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama gab am Mittwoch eine weitere verbale Warnung heraus und erklärte, die Beamten würden „angemessene Maßnahmen gegen übermäßige FX-Bewegungen ergreifen, ohne Optionen auszuschließen.“
Die Erzeugerpreise in den USA stiegen im November leicht an, während die Einzelhandelsumsätze in den USA im gleichen Zeitraum stärker als erwartet zunahmen. Darüber hinaus zeigten die letzte Woche veröffentlichten Daten, dass die US-Arbeitslosenquote im Dezember auf 4,4% gesunken ist.
Diese Berichte unterstützen die Annahme, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen in den nächsten Monaten unverändert lassen wird, was dem Greenback gegenüber dem JPY Unterstützung bieten könnte. Die Analysten von Morgan Stanley haben ihre Erwartungen für Zinssenkungen von Januar und April auf Juni und September verschoben, nach den Arbeitsmarktdaten vom Freitag.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.