Gold (XAU/USD) macht eine Kehrtwende und verzeichnet am Mittwoch solide Gewinne, unterstützt durch die allgemeine Schwäche des US-Dollars, obwohl die neuesten Inflationsdaten die Argumentation für die Federal Reserve (Fed) untermauern, die Zinsen im Januar unverändert zu lassen. XAU/USD wird bei 4.615 USD gehandelt, ein Plus von 0,65%.
Die Risikobereitschaft verschlechtert sich weiterhin, was die Händler dazu veranlasst, in das gelbe Metall zu wechseln. Der Producer Price Index (PPI) Bericht für Oktober in den USA zeigte, dass die Erzeugerpreise weit von dem 2%-Ziel der Fed entfernt sind, dennoch bleiben die Händler zuversichtlich, dass die Zentralbank 2026 die Zinsen senken wird.
Weitere Daten zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze die Schätzungen übertrafen, was darauf hindeutet, dass die amerikanischen Haushalte ihre Ausgaben, hauptsächlich für Kraftfahrzeuge und andere Bereiche, erhöht haben.
Neueste Nachrichten berichteten, dass die Spannungen im Iran zunehmen, nachdem zwei europäische Beamte sagten, dass eine US-Militärintervention innerhalb der nächsten 24 Stunden erfolgen könnte, so Reuters.
In der Zwischenzeit setzte die Fed-Parade fort, da eine Flut von politischen Entscheidungsträgern die Nachrichten dominierten.
Am Donnerstag wird der Wirtschaftskalender die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 10. Januar zeigen, mit Schätzungen, dass 215.000 Amerikaner Arbeitslosengeld beantragt haben, über den 208.000 der Vorwoche. Darüber hinaus werden die Fertigungsindizes der regionalen Fed-Banken veröffentlicht.

Der Aufwärtstrend des Goldpreises bleibt intakt, da das gelbe Metall ein neues Rekordhoch von 4.643 USD erreicht, mit weiterem Aufwärtspotenzial, sobald die Käufer 4.650 USD überwinden, da sie darauf abzielen, die Preise in Richtung 4.700 USD zu treiben. Dennoch scheinen die Bullen an Schwung zu verlieren, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt, der in der Nähe des überkauften Bereichs flach bleibt.
Umgekehrt, wenn XAU/USD unter 4.600 USD fällt, könnten die Händler nach einem Pullback suchen, zunächst in Richtung 4.550 USD. Die nächste wichtige Unterstützung wäre die Marke von 4.500 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.