Die Indische Rupie (INR) eröffnet am Freitag schwach gegenüber dem US-Dollar (USD). Der USD/INR springt auf fast 87,90, da die höheren Zölle, die die Vereinigten Staaten (US) auf Importe aus Indien erhoben haben, und der anhaltende Abfluss ausländischer Mittel aus den indischen Aktienmärkten weiterhin große Belastungen für die Indische Rupie darstellen.
Zu Beginn dieser Woche bestätigte Washington zusätzliche 25% Zölle auf Indien für den Kauf von russischem Öl, was die Gesamteinfuhrabgaben auf 50% erhöhte, eine Maßnahme, die die Wettbewerbsfähigkeit indischer Produkte auf dem globalen Markt geschwächt hat.
Das monatliche Bulletin, das am Donnerstag von der Reserve Bank of India (RBI) veröffentlicht wurde, zeigte ebenfalls, dass die US-Zölle kurzfristige wirtschaftliche Risiken darstellen. Dennoch blieb der inländische Konsum robust, und die Nachfrage aus ländlichen Gebieten ist stark.
In der Zwischenzeit haben ausländische institutionelle Investoren (FIIs) am Donnerstag den Verkauf an den indischen Aktienmärkten für den vierten Handelstag in Folge fortgesetzt und Anteile im Wert von 3.856,51 Crores Rs. verkauft. Bislang haben FIIs im August Anteile im Wert von 38.590,26 Crores Rs. verkauft.
In der Sitzung am Freitag werden die Anleger auf die BIP-Daten für das zweite Quartal achten, die um 10:30 GMT veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass die indische Wirtschaft mit moderaten 6,6% auf Jahresbasis gewachsen ist, im Vergleich zu einem Wachstum von 7,4%
Das USD/INR-Paar springt am Freitag auf fast 87,90. Der kurzfristige Trend des Paares bleibt bullish, da es über dem 20-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) handelt, der sich bei etwa 87,50 befindet.
Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) steigt über 60,00. Ein frisches bullishes Momentum würde entstehen, wenn der RSI über diesem Niveau bleibt.
Nach unten wird das Tief vom 28. Juli bei etwa 86,55 als wichtige Unterstützung für das Hauptpaar fungieren. Auf der Oberseite wird das Hoch vom 5. August bei etwa 88,25 eine kritische Hürde für das Paar darstellen.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.