Vorbörsliches Minus von 5 % dreht in ein Plus von über 5 %: Wie ist der Quartalsbericht von Pinduoduo zu deuten?

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am 24. August US-Ostküstenzeit verzeichnete Pinduoduo (PDD) im vorbörslichen US-Handel starke Schwankungen. Nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts für das zweite Quartal brach die Aktie zunächst um über 5 % ein, bevor sie rasch ins Plus drehte und um bis zu über 5 % auf 92,91 US-Dollar zulegte.

Bei Redaktionsschluss notierten die Aktien von Pinduoduo vorbörslich bei 91,62 US-Dollar, was einem Plus von 3,67 % entspricht. Vom anfänglichen Kursrückgang bis zur Erholung bleiben die Marktinterpretationen des Quartalsberichts gespalten.

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[Quelle: TradingView]

Umsatz verfehlt Schätzungen, Gewinn übertrifft Erwartungen überraschend

Auf der Umsatzseite sind die Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung relativ deutlich. Der Umsatz für das Quartal erreichte 112,4 Milliarden RMB (etwa 16,6 Milliarden US-Dollar), was einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, verfehlte jedoch die Markterwartungen von 115,2 Milliarden RMB. Davon entfielen 54,7 Milliarden RMB auf den Umsatz mit Transaktionsdienstleistungen, der im Jahresvergleich um 13 % stieg und weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber blieb; der Umsatz mit Online-Marketing-Diensten belief sich auf 57,6 Milliarden RMB, wobei sich das Wachstum auf den einstelligen Bereich verlangsamte. Das Verfehlen der Umsatzerwartungen war die direkte Ursache für einen Einbruch von 5 % im frühen Handel.

Auf der Gewinnseite übertraf das Ergebnis die Erwartungen. Der Non-GAAP-Nettogewinn lag bei rund 28,5 Milliarden RMB, was einem Rückgang von 13 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber über den Markterwartungen von 28 Milliarden RMB lag; das bereinigte Ergebnis je ADS erreichte 19,33 RMB und übertraf damit die Analystenschätzung von 18,51 RMB. Der operative Non-GAAP-Gewinn belief sich auf 29,1 Milliarden RMB, ein Plus von 5 % im Jahresvergleich. Das Verfehlen der Umsatzziele bei gleichzeitigem Übertreffen der Gewinnerwartungen erklärte, warum die Aktie rasch wieder ins Plus drehte.

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[Quelle: Offizielle Website von Pinduoduo]

Neben den übertroffenen Gewinnzahlen sind auch strukturelle Veränderungen auf der Kostenseite bemerkenswert. Die Vertriebs- und Marketingaufwendungen im Quartal erreichten 29,7 Milliarden RMB, während die F&E-Investitionen (Non-GAAP) bei 4,3 Milliarden RMB lagen, was einem Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Unternehmen trieb seine „100-Milliarden-Unterstützungs“-Strategie weiter voran, wobei die Mittel hauptsächlich für Händlersubventionen, Plattform-Governance sowie technologische Forschung und Entwicklung eingesetzt wurden. Während diese Investitionen die Profitabilität kurzfristig belasteten, sieht der Markt sie weitgehend als notwendige Investitionen für das langfristige Wachstum der Plattform an.

Die Frage ist, wann sich diese Investitionen in eine Wachstumsdynamik beim Umsatz übersetzen lassen. Den Daten für das zweite Quartal nach zu urteilen, blieb das Umsatzwachstum bei Transaktionsdienstleistungen mit 13 % stabil, was Fortschritte bei der Transformation zeigt, aber das Wachstum der Werbeeinnahmen verlangsamte sich auf etwa 3,5 %, was ebenfalls zur Vorsicht mahnt.

Im Einklang mit der Umsatzentwicklung bleiben die Liquiditätsreserven des Unternehmens reichlich bemessen. Zum Ende des zweiten Quartals summierten sich die Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und kurzfristigen Finanzanlagen von Pinduoduo auf 456,4 Milliarden RMB, was einem Anstieg um mehr als 30 Milliarden RMB gegenüber 422,3 Milliarden RMB zu Jahresbeginn entspricht.

Bewertung bei einem KGV von nur 9: Was bereitet dem Markt Sorgen?

Auf der Bewertungsseite hat der Markt dem reichlichen Cashflow jedoch keinen Aufschlag eingeräumt. Das aktuelle KGV (TTM) liegt bei 9,63x und damit deutlich unter dem Fünfjahres-Median von 17,59x. In den vergangenen drei Monaten haben institutionelle Analysten die EPS-Schätzungen für das Gesamtjahr kein einziges Mal nach oben und siebenmal nach unten korrigiert, was die vorsichtige Haltung des Marktes gegenüber den Wachstumsaussichten widerspiegelt.

Während die Bewertung auf historischen Tiefs liegt und das Abwärtsrisiko begrenzt ist, deuten die häufigen Abwärtskorrekturen der Erwartungen auf fehlende Aufwärtsdynamik hin. Aus der Kombination beider Faktoren ergibt sich für PDD Holdings derzeit zwar eine niedrige Bewertung, es fehlen jedoch Gewinnkatalysatoren. Der Schlüssel zu einer Trendwende beim Aktienkurs liegt in einer spürbaren Erholung des Umsatzwachstums; ein Gewinnübertreffen in einem einzelnen Quartal allein reicht dafür nicht aus.

Zusammenfassung

Insgesamt lieferte dieser Quartalsbericht gemischte Signale. Das Umsatzwachstum schwächte sich auf den einstelligen Bereich ab, der Kerngewinn erwies sich jedoch als robust. Der Rückgang um 5 % im vorbörslichen Handel, gefolgt von einem anschließenden Plus von 5 %, spiegelte die gespaltene Marktmeinung wider.

Kurzfristig stützt die Profitabilität den Aktienkurs, während die mittelfristige Entwicklung davon abhängen wird, ob das Umsatzwachstum wieder in den zweistelligen Bereich zurückkehren kann. Das Wachstum der Umsätze mit Transaktionsdienstleistungen im dritten Quartal wird eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung des Transformationsprozesses sein.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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