Goldman Sachs erwartet bis 2035 eine globale Weltraumwirtschaft von 1,8 Billionen US-Dollar: Welche Aktien sind einen Blick wert?

Quelle Tradingkey

TradingKey - Goldman Sachs prognostiziert derzeit, dass die globale Raumfahrtwirtschaft bis 2035 ein Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar erreichen könnte, und merkt an, dass eine erhöhte Finanzierung über den öffentlichen Kapitalmarkt M&A-Aktivitäten und die Konsolidierung in der Branche weiter vorantreiben könnte. Die Raumfahrtwirtschaft wandelt sich allmählich von hochvolatilen Themeninvestments hin zu Industrieinvestitionen, die von kommerziellen Satelliten, der Nachfrage im Verteidigungssektor, Kommunikationsinfrastruktur und Startdienstleistungen getrieben werden.

Für Anleger, die auf Basis der Einschätzungen von Goldman Sachs nach geeigneten Anlagezielen suchen, sind drei Unternehmen einen Blick wert: Rocket Lab (RKLB), AST SpaceMobile (ASTS) und Redwire (RDW), die jeweils den drei Wertschöpfungsketten Start- und Satellitensysteme, Satelliten-zu-Mobilfunk-Konnektivität sowie Weltrauminfrastruktur entsprechen.

Lohnt sich der Kauf der RKLB-Aktie? 2,2 Milliarden USD an Aufträgen und Neutron setzen Wachstumspotenzial frei

Rocket Lab (RKLB) ist derzeit eines der Pure-Play-Unternehmen der Raumfahrtökonomie an den US-Aktienmärkten mit relativ hohem Umsatzvolumen und hoher Sichtbarkeit des Auftragsbestands, und seine Investmentstory geht über die Startfrequenz der Electron-Raketen hinaus.

Das Unternehmen betreibt derzeit zwei Hauptgeschäftssegmente: Launch Services (Startdienste) und Space Systems (Raumfahrtsysteme). Letzteres umfasst Produkte wie Satellitenplattformen, Solarkomponenten, Flugsoftware und Laserkommunikation zwischen Satelliten. Dies deckt sich eng mit der Einschätzung von Goldman Sachs, dass Anleger „sich nicht nur auf Startunternehmen konzentrieren, sondern auch nach Pick-and-Shovel-Anbietern in der Lieferkette der Raumfahrt suchen sollten“. Goldman Sachs geht davon aus, dass mit der zunehmenden Kommerzialisierung der Raumfahrtbranche Infrastruktur- und Lieferkettenunternehmen mehr Chancen erhalten könnten.

Die jüngsten Betriebsdaten von Rocket Lab bieten eine klare fundamentale Unterstützung. Der Umsatz des Unternehmens im ersten Quartal erreichte einen Rekordwert von 200,3 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 63,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, während die GAAP-Bruttomarge auf 38,2 % stieg und der Auftragsbestand 2,2 Milliarden US-Dollar erreichte, was sowohl im Jahres- als auch im Quartalsvergleich ein kontinuierliches Wachstum darstellt. Zudem verfügt das Unternehmen über mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Liquidität.

Bemerkenswert ist, dass Rocket Lab im ersten Quartal 31 Electron- und HASTE-Startverträge sowie 5 dedizierte Neutron-Startverträge hinzugewinnen konnte, womit sich die Gesamtzahl der unterzeichneten Startmissionen auf über 70 erhöhte. Allein die im ersten Quartal unterzeichneten Startmissionen übertrafen die Zahl für das gesamte Jahr 2025.

Der Stifel-Analyst Jonathan Siegmann hat Rocket Lab kürzlich ebenfalls in seine Liste der empfohlenen Raumfahrtaktien aufgenommen. Er geht davon aus, dass die Raumfahrtbranche derzeit von der Politik, der militärischen Nachfrage, technologischen Innovationen und sinkenden Startkosten angetrieben wird, was Rocket Lab zu einem der beobachtenswerten Unternehmen macht.

Die größte Variable für RKLB in der nächsten Phase ist Neutron. Sobald Neutron den kommerziellen Betrieb aufnimmt, wird sich der adressierbare Markt von Rocket Lab von Kleinsatelliten auf Großsatelliten, den Aufbau von Satellitenkonstellationen und US-Verteidigungsmissionen erweitern.

Eine jüngste Umfrage der Bank of America zeigt, dass Raumfahrtunternehmen unzureichende Startkapazitäten derzeit weitgehend als einen der Hauptengpässe der Branche ansehen, wobei einige Startplätze für die nächsten zwei bis drei Jahre ausgebucht sind. Dies schafft eine potenzielle Nachfrage nach Neutron, stellt aber gleichzeitig das größte Umsetzungsrisiko für RKLB dar: Neutron befindet sich noch in der Entwicklungsphase, und jede Verzögerung beim Erstflug, ein Fehlschlag bei Tests oder Kostenüberschreitungen könnten die Marktprognosen für künftige Umsätze beeinträchtigen.

Ist die ASTS-Aktie ein Kauf? Satelliten-Direktverbindung zum Smartphone zielt auf 3 Milliarden potenzielle Nutzer

AST SpaceMobile verfolgt ein völlig anderes Geschäftsmodell als Rocket Lab. Das Unternehmen baut ein zellulares Satellitennetzwerk in einer erdnahen Umlaufbahn auf und zielt darauf ab, herkömmlichen Smartphones die direkte Verbindung zu Satelliten ohne spezielle Satellitenterminals zu ermöglichen.

Was kommerzielle Partnerschaften betrifft, hat das Unternehmen Kooperationen mit mehr als 60 Mobilfunkbetreibern geschlossen, die weltweit über 3 Milliarden Kunden erreichen. Dazu gehören führende Anbieter wie AT&T, Verizon, Vodafone, Orange und Telefónica. Das Unternehmen hat sich von kommerziellen Partnern vertragliche Umsatzzusagen von über 1,2 Milliarden US-Dollar gesichert.

Eine wesentliche Veränderung bei ASTS in diesem Jahr ist das Auftreten tatsächlicher Umsätze. Der Jahresumsatz des Unternehmens für 2025 erreichte 70,9 Millionen US-Dollar, womit es erstmals Umsatzerlöse generierte. Der Umsatz im jüngsten zweiten Quartal erreichte zudem 31,5 Millionen US-Dollar, und das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatz von 150 Millionen bis 200 Millionen US-Dollar. Der Auftragsbestand beläuft sich derzeit auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar, wovon mehr als 125 Millionen US-Dollar aus Verträgen mit der US-Regierung im Bereich der nationalen Sicherheit stammen.

Das Tempo der Satellitenbereitstellung wird den Zeitplan der künftigen Kommerzialisierung bestimmen. AST SpaceMobile plant, bis Ende 2026 über 45 bis 60 Satelliten im Orbit zu verfügen. Das Unternehmen hat vor Kurzem in weniger als zwei Monaten sechs neue Satelliten gestartet und damit die Zahl seiner Satelliten im Orbit auf 13 erhöht; weitere Satelliten befinden sich derzeit in der Produktion.

Aus institutioneller Sicht hat Piper Sandler ASTS kürzlich mit „Overweight“ eingestuft. Im Gegensatz dazu nimmt das Haus gegenüber SpaceX (SPCX) und Rocket Lab eine eher neutrale Haltung ein, unter anderem weil es davon ausgeht, dass die aktuellen Bewertungen der beiden Letztgenannten bereits einen Großteil ihrer langfristigen Wachstumserwartungen widerspiegeln.

Für den Aktienkurs von ASTS ist künftig nicht das EPS eines einzelnen Quartals die entscheidende Kennzahl, sondern die Anzahl der Satellitenstarts, der Zeitpunkt der Einführung kommerzieller Dienste, die Reichweite der Mobilfunkkunden sowie das Tempo, mit dem aus den vertraglichen Zusagen von über 1,2 Milliarden US-Dollar tatsächliche Umsätze werden. Wenn diese Kennzahlen planmäßig voranschreiten, könnte ASTS zu den direkten Profiteuren des Wachstums der Satellitenkommunikation in der 1,8 Billionen US-Dollar schweren Weltraumwirtschaft gehören.

Ist die RDW-Aktie ein Kauf? Nachfrage nach Weltrauminfrastruktur wächst, Aufträge erreichen Rekordhoch

Goldman Sachs ist der Ansicht, dass Anleger, die sich ausschließlich auf Raketenstartunternehmen konzentrieren, breitere Chancen in der Raumfahrtbranche übersehen könnten. Künftig könnten Unternehmen, die der gesamten Branche Infrastruktur, elektronische Ausrüstung, fortschrittliche Materialien und Fertigungskapazitäten bereitstellen, mehr Aufmerksamkeit verdienen. Das Kerngeschäft von RDW umfasst unterdessen die Bereitstellung von Satellitenkomponenten, Solararrays, Sensoren, Avionik, Fertigung im Weltraum sowie verwandten Verteidigungstechnologien.

Dem jüngsten Finanzbericht von RDW zufolge erreichte der Umsatz im ersten Quartal 97 Millionen US-Dollar – ein Plus von 57,9 % gegenüber dem Vorjahr –, während die Bruttomarge auf 26,6 % stieg. Bemerkenswerter ist, dass das Book-to-Bill-Verhältnis 1,92x erreichte. Dies zeigt, dass die im Quartal eingegangenen Neuaufträge den verbuchten Umsatz des Zeitraums deutlich überstiegen, was den künftigen Umsatz stützt. Unterdessen stieg der Auftragsbestand auf einen Rekordwert von 498,1 Millionen US-Dollar.

Zudem sicherte sich RDW den IDIQ-Vertrag „Andromeda“ für fortschrittliche Raumfahrzeuge im Wert von bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar sowie Folgeaufträge des U.S. Marine Corps und ein quantensicheres Satellitenprojekt der Europäischen Weltraumorganisation. Das Unternehmen hält derzeit an seiner Umsatzprognose für 2026 von 450 Millionen bis 500 Millionen US-Dollar fest.

Daher ist RDW im Rahmen der „Picks and Shovels“-These von Goldman Sachs eher als Titel mit hoher Elastizität zu verstehen denn als ein reifes, profitables Unternehmen. Sollten die weltweite Anzahl von Satelliten, militärische Raumfahrtprogramme und Investitionen in die Weltrauminfrastruktur weiter steigen, könnten die Aufträge des Unternehmens davon profitieren; ob der Aktienkurs nachhaltig gestützt werden kann, hängt davon ab, ob sich das Umsatzwachstum letztendlich in ein positives EBITDA und einen positiven Cashflow verwandelt.

Zusammenfassung

Goldman Sachs geht davon aus, dass mit dem Börsengang weiterer Raumfahrtunternehmen der verbesserte Zugang zu Kapital zusätzliche M&A-Aktivitäten und die vertikale Integration in der Branche vorantreiben könnte; unterdessen dürften sich die Anlagemöglichkeiten bei Raumfahrtaktien allmählich von reinen Raketenstarts auf Kommunikation, Satelliten und die Lieferketteninfrastruktur ausweiten.

Aus Marktperspektive entsprechen die drei Unternehmen drei unterschiedlichen Anlagelogiken: Der Vorteil von RKLB liegt in der bereits beachtlichen Umsatzgröße und einem Auftragsbestand von 2,2 Milliarden US-Dollar, wobei Neutron eine neue Wachstumsvariable darstellt; die Hauptattraktivität von ASTS konzentriert sich auf den Direct-to-Cell-Markt und Vertragszusagen von über 1,2 Milliarden US-Dollar, wenngleich das Unternehmen das höchste kommerzielle Umsetzungsrisiko aufweist; RDW wiederum steht der von Goldman Sachs hervorgehobenen „Schaufel-und-Spitzhacken“-Logik näher und beteiligt sich über Satellitenkomponenten und Infrastruktur an der Expansion der gesamten Branche.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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