TradingKey – Am 31. Juli (US-Ostküstenzeit) fiel Novo Nordisk ( NVO) zeitweise um über 10 % und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit dem 23. Februar 2026. Bis Redaktionsschluss lag die Aktie immer noch mit 8,84 % im Minus bei 47,05 US-Dollar.
Berichten zufolge gab Novo Nordisk am Freitag bekannt, dass sein mit Spannung erwarteter experimenteller Herzwirkstoff Ziltivekimab den primären Endpunkt in einer großen klinischen Spätphasenstudie verfehlt hat.

Aktienkurschart von Novo Nordisk, Quelle: TradingView
Die Studie mit dem Namen "Zeus" sollte evaluieren, ob die einmal monatlich verabreichte Injektion des IL-6-Inhibitors Ziltivekimab zusätzlich zur Standardtherapie das Risiko für schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) im Vergleich zu einem Placebo in bestimmten Patientengruppen weiter senken kann. MACE ist definiert als kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt oder nicht-tödlicher Schlaganfall, und Jefferies schätzt dieses Marktvolumen auf jährlich über 10 Milliarden US-Dollar.
Analysten hatten allgemein erwartet, dass das Medikament zumindest eine gewisse Wirksamkeit zeigen würde. Jefferies merkte vor der Bekanntgabe der Ergebnisse an, dass die Studie eine Risikoreduktion von mindestens 20 % aufzeigen müsste, um eine breite Anwendung zu rechtfertigen.
Die Analysten von Goldman Sachs wiesen vor der Veröffentlichung der Ergebnisse darauf hin, dass Ziltivekimab bei einem Erfolg der Studie das Herzstück der Bemühungen von Novo Nordisk hätte sein können, einen Therapiebereich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzubauen, was die hohe Abhängigkeit des Unternehmens von Ozempic und Wegovy verringert hätte.
Martin Holst Lange, Chief Scientific Officer bei Novo Nordisk, erklärte: "Auch wenn Ziltivekimab nicht den von uns erwarteten Nutzen in Bezug auf schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) erzielt hat, ändert dies nichts an unserem strategischen Engagement im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen."
Die Analysten von Jefferies und Citi erklärten jedoch beide, dass die Volatilität des Aktienkurses angesichts des geringen Anteils von Ziltivekimab am Gesamtportfolio von Novo Nordisk übertrieben erschien.
Jefferies wies darauf hin: "Dieses Ergebnis ist strategisch negativ, da es Novo Nordisk eine relativ verlässliche Wachstumschance im Bereich außerhalb der Adipositas nimmt und einmal mehr die kommerzielle Umsetzung des Unternehmens bei Adipositas sowie seine derzeitige Abhängigkeit von externen Innovationen zur Wachstumsförderung verdeutlicht."