Gold (XAU/USD) gibt am Freitag leicht nach, da sich der US-Dollar (USD) nach dem starken Ausverkauf vom Vortag stabilisiert, während hawkishe Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) weiterhin ein wichtiger Gegenwind für das zinslose Metall bleiben.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert XAU/USD bei rund 4.0553 USD, was einem Minus von 1,22% im Tagesverlauf entspricht, nachdem es Schwierigkeiten hatte, die Gewinne über 4.100 USD zu halten.
Der US-Dollar-Index (DXY) fiel am Donnerstag angesichts mutmaßlicher Devisenmarktinterventionen Tokios zur Stützung des japanischen Yen (JPY) auf ein Sechswochentief.
Der DXY, der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 100,20 und liegt damit 0,21% im Tagesverlauf im Plus. Die Erholung kommt, da der Krieg im Nahen Osten und der daraus resultierende Anstieg der Energiepreise die Inflationssorgen verstärken und die Erwartungen untermauern, dass die Fed die Zinsen anheben könnte. Dennoch steuert der Index weiterhin auf einen negativen Juli-Schluss zu.
Unterdessen scheint Gold eine viermonatige Verlustserie zu beenden, da Käufer die psychologische Marke von 4.000 USD weiterhin verteidigen. Die Aussicht auf höhere US-Zinsen hält jedoch die Renditen von US-Staatsanleihen erhöht und begrenzt das Aufwärtspotenzial des Metalls.
Die Fed beließ die Zinsen am Mittwoch unverändert in der Spanne von 3,50%-3,75%, wobei drei Entscheidungsträger für eine sofortige Zinserhöhung stimmten. Obwohl Fed-Chef Kevin Warsh keine klare Forward Guidance gab, bekräftigte er das Engagement der Notenbank, die Inflation unter Kontrolle zu bringen.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 66% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein.
Händler warten nun auf die endgültigen Daten zum Verbrauchervertrauen und zu den Verbrauchererwartungen der University of Michigan sowie auf die einjährigen und fünfjährigen Inflationserwartungen der Verbraucher, die später am Freitag während der US-Handelszeiten veröffentlicht werden.
Kurzfristig dürfte XAU/USD in einer Handelsspanne bleiben, da Händler die Entwicklungen im Nahen Osten und den Zinsausblick der Fed bewerten, während technische Indikatoren auf Anzeichen einer Stabilisierung hindeuten.

Auf dem Tageschart zeigt XAU/USD Anzeichen einer Stabilisierung, nachdem es wiederholt Unterstützung um die psychologische Marke von 4.000 USD gefunden hat, während es unter einem Cluster wichtiger gleitender Durchschnitte bleibt.
Der Relative Strength Index (RSI) nahe 46 liegt knapp unter der neutralen 50-Marke und deutet eher auf ein gedämpftes Momentum als auf starken Verkaufsdruck hin. Unterdessen signalisiert der Average Directional Index (ADX) um 28, dass der frühere Abwärtstrend an Stärke verliert
Auf der Unterseite bietet die Marke von 4.000 USD unmittelbare Unterstützung; ein nachhaltiger Bruch unter diesen Bereich würde die nächste Unterstützung nahe 3.850 USD freilegen. Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 21-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.072 USD.
Ein entscheidender Anstieg über dieses Niveau könnte den Weg in Richtung des 50-Tage-SMA bei 4.185 USD öffnen, während der 100-Tage-SMA bei 4.426 USD eine stärkere Barriere darstellt.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.