TradingKey – Der hervorragende Quartalsbericht von Amazon hat einen Kursanstieg der Aktie ausgelöst, und JPMorgan ist der Ansicht, dass Faktoren wie die Ausweitung der Bruttomarge und die KI-Monetarisierung den Aktienkurs weiter nach oben treiben werden.
Am 31. Juli US-Ostküstenzeit legte Amazon ( AMZN) seinen jüngsten, außerordentlich starken Quartalsbericht vor, der den Aktienkurs im vorbörslichen Handel um 13 % nach oben trieb, sodass er die Marke von 260 US-Dollar durchbrach. Damit wurden die Verluste der letzten zwei Monate wieder ausgeglichen, und die Aktie näherte sich ihrem am 5. Mai dieses Jahres erreichten Allzeithoch von 278 US-Dollar an, von dem sie nun nur noch 7 % entfernt ist. Der Anstieg des Amazon-Aktienkurses war vor allem darauf zurückzuführen, dass die Geschäftsergebnisse die früheren Sorgen des Marktes entkräfteten, insbesondere im Hinblick auf die AWS-Cloud-Umsätze und -Gewinne sowie die Kommerzialisierung des KI-Geschäfts.
Amazon-Aktienkurschart, Quelle: TradingView
Vor der Veröffentlichung der Zahlen waren die Anleger besorgt, dass der Marktanteil von Amazon im Cloud-Sektor durch Microsoft ( MSFT) Azure und Google Cloud geschmählert würde. AWS legte jedoch eine außerordentlich starke Bilanz vor: Der AWS-Umsatz stieg in diesem Quartal im Jahresvergleich um 18,8 % auf 30,5 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street von 29,7 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus erreichte der operative Quartalsgewinn von AWS 11,2 Milliarden US-Dollar, was einer außerordentlich hohen operativen Marge von 36,7 % entspricht und mehr als 60 % zum Gesamtgewinn des Unternehmens beitrug.
Darüber hinaus brachte Amazon vor dem Hintergrund von Nvidias ( NVDA) teuren Grafikprozessoren (GPUs) und der knappen Lieferkapazitäten die äußerst kosteneffizienten Chips Trainium 2 und Inferentia auf den Markt, die von Großkunden wie Anthropic und Ricoh schnell angenommen wurden und die Bruttomarge von AWS deutlich steigerten. Die enge Partnerschaft von Amazon mit Anthropic ermöglicht es Unternehmen zudem, erstklassige KI-Modelle direkt auf AWS auszuführen, was zu einer deutlichen Erhöhung des durchschnittlichen Kundenbeitrags innerhalb des AWS-Ökosystems führt.
JPMorgan geht davon aus, dass der Aktienkurs von Amazon nicht nur weiter steigen und neue Rekorde aufstellen wird, sondern hat auch das Kursziel von 330 auf 365 US-Dollar angehoben, was einem Aufwärtspotenzial von rund 40 % gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht. Nach Ansicht des Analystenteams von JPMorgan sind die Investitionsausgaben (CapEx) für den Bau von Rechenzentren zwar nach wie vor hoch, doch der starke operative Cashflow reicht aus, um Forschung und Entwicklung (F&E) sowie den Kapazitätsausbau zu unterstützen, was die finanzielle Gesundheit des Unternehmens insgesamt äußerst robust macht. Noch wichtiger ist, dass die Nachfrage nach Amazons hauseigenen KI-Chips explosionsartig ansteigt und die enge Partnerschaft mit KI-Giganten wie Anthropic voraussichtlich zu einem raschen Wachstum des Auftragsbestands im Cloud-Bereich führen wird.