TradingKey - Vor dem US-Marktstart am 31. Juli (EST) verzeichnete der US-Halbleitersektor eine kräftige Erholung, wobei Micron Technology ( MU, ), SanDisk ( SNDK, ), SK Hynix ADR ( SKH Y), Nvidia ( NVDA, ), AMD ( AMD) und Intel ( INTC) auf breiter Front zulegten. Trotz der technischen Erholung bei den Chip-Aktien, die durch Mittelzuflüsse zum Monatsende angetrieben wurde, steht der gesamte Halbleitersektor im Juli jedoch weiterhin vor seiner schlechtesten Monatsperformance seit 2002. Dies deutet darauf hin, dass sich die Marktstimmung in Bezug auf die KI-Lieferkette noch nicht wieder vollständig erholt hat.

Vorbörslicher Aktienkurschart von Micron, Quelle: FUTUBULL
Im vorbörslichen Handel führte der Speicherchip-Sektor den Markt an: Micron legte um über 4 % zu, SanDisk stieg um mehr als 5 %, SK Hynix ADR gewann über 7 %, Nvidia verzeichnete ein Plus von rund 2 %, AMD kletterte um über 4 % und Intel kletterte um mehr als 6 %. Marktanalysen deuten darauf hin, dass sich viele Anleger nach einer anhaltenden Korrektur in diesem Monat am Monatsende bei führenden KI- und Speicherchip-Werten positioniert haben, deren Bewertungen deutlich gesunken waren, was eine spürbare Erholung des Sektors auslöste.
Der Katalysator für diese Erholung war vor allem in den verbesserten Erwartungen an die KI-Nachfrage zu finden. Der jüngste Ergebnisbericht von Microsoft sah eine erneute Aufstockung der Investitionspläne für die KI-Infrastruktur vor, was die Sorgen des Marktes über mögliche Kürzungen der Investitionsausgaben durch Cloud-Computing-Riesen weiter dämpfte. Unterdessen geht Samsung Electronics davon aus, dass das knappe Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bei Speicherchips bis 2028 anhalten könnte, und das japanische Unternehmen Kioxia rechnet mit einem weiteren Anstieg der NAND-Flash-Preise im zweiten Geschäftsquartal, was die Markterwartungen bezüglich einer anhaltenden Stärke der HBM-, DRAM- und NAND-Preise weiter festigt. Anleger sind überzeugt, dass der Rentabilitätszyklus der Speicherchipbranche voraussichtlich anhalten wird, solange globale Cloud-Anbieter den Bau von KI-Rechenzentren weiter vorantreiben.
Mit Blick auf die gesamte Monatsperformance hat sich der Halbleitersektor jedoch noch nicht wirklich aus seiner Korrektur befreit. Der kumulierte Rückgang des Philadelphia Semiconductor Index im Juli wird sich voraussichtlich 20 % nähern, womit er auf dem besten Weg ist, seine schlechteste Monatsperformance seit 2002 zu verzeichnen. Der Rückgang im Speichersegment war besonders ausgeprägt: Der kumulierte Verlust von Micron belief sich in diesem Monat zeitweise auf fast 30 %, während der kumulierte Rückgang von SanDisk die Marke von 40 % überschritt. Für beide Unternehmen bedeutete dies die stärkste monatliche Korrektur der letzten Jahre. Im Gegensatz dazu zeigte sich die Aktie von Nvidia dank ihrer führenden Position bei KI-GPUs vergleichsweise widerstandsfähig, wobei ihr Monatsverlust deutlich geringer ausfiel als bei den meisten anderen Chip-Werten. Marktbeobachter führen diese Korrekturrunde in erster Linie auf Gewinnmitnahmen, den verschärften Wettbewerb in der chinesischen Speicherindustrie und eine Neubewertung von KI-Hardware durch Investoren zurück, nicht jedoch auf eine wesentliche Verschlechterung der KI-Nachfrage.
Analysten wiesen darauf hin, dass die Monatskerze der Chip-Aktien eine lange untere Lunte hinterlassen dürfte, falls die US-Börsen ihre vorbörslichen Gewinne heute Abend halten können. Dies würde darauf hindeuten, dass die Käufe bei Kursrückgängen (Buying the Dip) zunehmen. Kurzfristig wird sich der Markt jedoch weiterhin auf die Investitionspläne von Tech-Giganten wie Amazon sowie auf die Preisentwicklung von HBM und NAND konzentrieren, um festzustellen, ob der Halbleitersektor diese Korrekturrunde beenden und eine neue KI-Rallye starten kann.