TradingKey – Stand: 23. Juli, US-Ostküstenzeit, AMD verzeichnete in dieser Woche einen kumulierten Kursanstieg von 8,86 % und erreichte einen Höchststand von 548,14 US-Dollar. Aus Marktperspektive hat der Aktienkurs von AMD nach einem Rücksetzer an vier aufeinanderfolgenden Handelstagen in der vergangenen Woche seinen Abwärtstrend gestoppt und sich in dieser Woche wieder erholt. Am 21. Juli erlebte die Aktie, beflügelt durch die positive Nachricht, dass das Unternehmen und Microsoft ( MSFT) ihre Partnerschaft im Bereich der KI-Infrastruktur ausbauen würden, eine kräftige Erholung.
Offiziellen Mitteilungen von AMD zufolge wird Microsoft seine langfristige Zusammenarbeit mit AMD ausbauen und die Rack-Scale-KI-Lösung „Helios“ von AMD in der Cloud-Plattform Azure einsetzen, um große Modelle, KI-Anwendungen und Cloud-Computing-Dienste zu unterstützen.
Bei AMD ging der Markt in der Vergangenheit davon aus, dass Nvidia ( NVDA) eine absolut dominante Stellung auf dem KI-Chipmarkt einnimmt. Obwohl AMD eine KI-GPU-Roadmap vorweisen kann, die den MI300, MI350 und MI400 umfasst, hinkt das Unternehmen Nvidia bei den tatsächlichen Implementierungen durch Hyperscale-Cloud-Anbieter nach wie vor hinterher. Die ausgeweitete Nutzung von AMD Helios durch Microsoft dient diesmal als wichtige Bestätigung für die KI-Infrastrukturlösungen der nächsten Generation von AMD. Der Aktienkurs von AMD legte im Anschluss an die Ankündigung zu, und zwar genau deshalb, weil Anleger darauf setzen, dass die Partnerschaft mit Microsoft AMD dabei helfen wird, weiteren Zugang zu den KI-Infrastrukturbudgets großer Technologiekunden zu erhalten.
Gleichzeitig markiert die Zusammenarbeit von AMD mit Microsoft den Übergang von AMD von einem „Chip-Lieferanten“ zu einem „Full-Stack-KI-Infrastrukturanbieter“. Helios ist keine einzelne GPU, sondern eine Kombination aus GPUs, CPUs, Netzwerktechnik, Software und Systemen auf Rack-Ebene. Für Cloud-Anbieter stehen bei der Beschaffung von KI-Infrastruktur zunehmend die Leistung, Energieeffizienz, Netzwerklatenz und Implementierungseffizienz des Gesamtsystems im Vordergrund und nicht die Spezifikationen einzelner Chips. Wenn AMD die Leistungs- und Kostenvorteile von Helios in Azure unter Beweis stellen kann, wird das Unternehmen die Möglichkeit haben, seinen Marktanteil bei weiteren Cloud-Anbietern und KI-Unternehmenskunden in Zukunft auszubauen.
Einer Analyse von Jefferies zufolge ist die Gewinnung von Kunden wie Microsoft für das neueste Chip-Ökosystem von AMD ein „großes Plus“ für den Aktienkurs und kann das Vertrauen des Marktes in die Wettbewerbsfähigkeit von AMD im High-End-KI-Markt stärken. Darüber hinaus gehören nach dem Beitritt von Microsoft zur frühen Kundenbasis von AMD Helios bereits Meta ( META ), OpenAI, Oracle ( ORCL) und Microsoft, was die Anerkennung der KI-Plattform-Fähigkeiten von AMD am Markt erhöht.
Für Anleger gilt: Solange Kunden wie Microsoft, Meta, OpenAI und Oracle ihre Nutzung von AMD-Produkten weiter ausbauen, wird der künftige Rechenzentrumsumsatz von AMD voraussichtlich weiter wachsen, was dem Aktienkurs eine neue Bewertungsstütze bietet.

Wochenchart der AMD-Aktie, Quelle: TradingView
Ein Blick auf den Wochenchart der AMD-Aktie zeigt, dass der kurzfristige Trend über dem SMA 5 verblieben ist, was auf einen starken Aufwärtstrend hindeutet. Obwohl es in der vergangenen Woche zu einem Rücksetzer kam, konnte sich der Kurs nahe dem SMA 10 behaupten. In dieser Woche stabilisierte sich die Aktie und erholte sich, wobei sie ein kumuliertes Plus von 9,82 % verzeichnete, was zeigt, dass die bullische Marktstimmung weiterhin die Oberhand behält.
Aktuell wird erwartet, dass der Aktienkurs seinen übergeordneten Aufwärtstrend kurzfristig fortsetzt, wobei das primäre Ziel im Testen der Marke von 600 US-Dollar liegt. Sollte diese Marke durchbrochen werden, eröffnet sich weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung des 0,618-Fibonacci-Extensionsniveaus bei 700 US-Dollar.
Nach unten hin gilt es, die unmittelbare Unterstützung im Bereich von 450 bis 460 US-Dollar im Auge zu behalten. Sollte dieses Niveau durchbrochen werden, könnte sich der Aktienkurs weiter in Richtung 400 US-Dollar korrigieren oder sogar noch weiter fallen, um die vorherige Kurslücke im Bereich von 360 bis 410 US-Dollar zu schließen.