Die Bank of America erwartet nach der Zinspause der US-Notenbank im Oktober zwei weitere Zinserhöhungen. Demnach dürfte die Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins im Dezember 2026 und im März 2027 erneut anheben.
Aus der geldpolitischen Erklärung der Fed liest die US-Großbank heraus, dass die Währungshüter bei weiteren Zinsschritten vorsichtig vorgehen wollen. Wahrscheinlich sei ein Rhythmus von einer Zinserhöhung pro Quartal. Hintergrund ist die Unsicherheit darüber, wie stark die Geldpolitik die Wirtschaft bereits bremst. Die Bank of America hält deshalb an ihrer Prognose für den endgültigen Leitzins von 4,25 bis 4,50 Prozent fest. Auf diesem Niveau dürften die Zinsen bis Ende 2027 bleiben.
Auf der anschließenden Pressekonferenz verwies Fed-Chef Kevin Warsh auf die verschärften Finanzierungsbedingungen. Diese zeigten seiner Einschätzung nach, dass die Zinserhöhung vom September die beabsichtigte Wirkung entfalte.
„Zur Dezember-Sitzung hat er sich nicht geäußert. Das war ein eher lockeres geldpolitisches Signal, da die Märkte bereits eine Zinserhöhung einpreisen“, schrieb die Bank of America.
„Wir glauben, dass er Gefahr läuft, an Einfluss zu verlieren, wenn er nicht bereit ist, den Märkten entweder eine klare Richtung vorzugeben oder sie mit seinen Entscheidungen zu überraschen“, ergänzten die Analysten.
Am US-Anleihemarkt führte die Sitzung zu einer steileren Zinsstrukturkurve, wobei sich kurz- und langfristige Renditen in entgegengesetzte Richtungen bewegten. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen sank gegenüber dem Beginn der Pressekonferenz um sechs Basispunkte. Gleichzeitig stieg die Rendite dreißigjähriger Anleihen um vier Basispunkte.
„Die außergewöhnlich starke Versteilerung der Zinskurve zwischen zwei- und dreißigjährigen Staatsanleihen spiegelte einen Anleihemarkt wider, der Warsh bei der Inflationsbekämpfung nicht für glaubwürdig hielt“, erklärte die Bank of America.
Die US-Großbank bleibt bei ihrer Einschätzung, dass die Renditen am kurzen Ende der Zinskurve längerfristig steigen und sich die Kurve im Zeitverlauf wieder abflachen dürfte. Gleichzeitig erhöhten die gestiegenen Renditen langlaufender Staatsanleihen aus ihrer Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass das US-Finanzministerium bei der anstehenden Ankündigung zur Refinanzierung seiner Schulden das Angebot langfristiger Anleihen reduziert.
Der US-Dollar verlor während der Fed-Sitzung rund 0,2 bis 0,3 Prozent an Wert. Nach Einschätzung der Bank of America könnte ein zunächst langsameres Tempo bei den Zinserhöhungen allerdings dazu führen, dass die Leitzinsen letztlich länger auf einem hohen Niveau bleiben müssen. Das würde den Dollar im weiteren Verlauf stützen.