Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des US-Arbeitsministeriums (DOL) ging die Zahl der US-Bürger, die neue Anträge auf Arbeitslosenversicherung einreichten, in der Woche bis zum 27. Juni auf 215.000 zurück. Der jüngste Wert lag unter den anfänglichen Schätzungen (220.000) und war leicht niedriger als die 216.000 der Vorwoche (revidiert von 215.000).
Darüber hinaus sank der gleitende 4-Wochen-Durchschnitt um 2.500 und liegt nun bei 222.000 gegenüber dem revidierten Durchschnitt der Vorwoche von 224.500.
Der Bericht zeigte außerdem, dass die fortlaufenden Anträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis zum 20. Juni um 2.000 auf 1,814 Mio. stiegen.
Der Greenback kehrt zwei aufeinanderfolgende Tagesgewinne um und fällt unter die wichtige Unterstützung bei 101,00, um am Donnerstag neue mehrtägige Tiefstände zu erreichen, gemessen am US Dollar Index (DXY).
Die Abwärtsbewegung des US-Dollars (USD) erfolgt, während Investoren den jüngsten US-Arbeitsmarktbericht bewerten, wobei der starke Ausverkauf im USD/JPY den Pullback zusätzlich unterstützt.
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.