Bitcoin droht Bullenfalle. Welche Signale werden nach dem raschen Anstieg im Anschluss an den kurzen Rutsch unter 58.000 $ gesendet?
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TradingKey - Der rasche Wiederanstieg von Bitcoin am heutigen Tag nach dem Abrutschen unter 58.000 USD spiegelt eher eine technische Erholung nach einem kurzfristigen Rückgang als eine Trendumkehr wider.
Am Mittwoch (1. Juli) fiel der Bitcoin-Kurs ( BTC) kurzzeitig unter 58.000 USD und erreichte mit 57.792 USD einen neuen Tiefstand für dieses Jahr. Doch nachdem diese Schlüsselmarke kurzzeitig verloren ging, erholte sich Bitcoin schnell wieder und legte um rund 1.000 USD zu, was klassische Merkmale einer Bärenfalle aufweist. Dennoch ist das aktuelle Marktumfeld äußerst komplex. Ist dieser rasche Anstieg der Startschuss für die Rückkehr des Bullenmarktes oder ist es das letzte Aufbäumen der Bullen in ihrer Verzweiflung?

Bitcoin-Kurschart, Quelle: TradingView
Der Rückgang von Bitcoin unter 58.000 USD und die anschließende schnelle Erholung haben ein starkes Signal für den Abbau von Hebeln in der Marktstruktur gesendet. Zuvor hatten sich um die Marke von 58.000 USD gehebelte Long-Positionen im Wert von über 1,6 Milliarden USD angesammelt. Die Abwärtsbewegung von Bitcoin löste erfolgreich Stop-Loss-Orders und Liquidationen bei einigen Bullen aus. Nach Daten von Coinglass wurden allein in den letzten 24 Stunden auf dem Kryptomarkt Positionen im Wert von 270 Millionen USD liquidiert, wobei Long-Positionen 76 % ausmachten.
Trotz der technischen Erholung von Bitcoin gelang es diesem Anstieg nicht, sich schnell über 60.000 USD zu stabilisieren. Der fundamentale Grund dafür ist, dass sich das Kernnarrativ des Marktes strukturell verändert hat. MicroStrategy ( MSTR ), der weltweit größte börsennotierte Bitcoin-Halter, kündigte am 29. Juni die Einführung eines „Digital Credit Capital Framework“ an, das es dem Unternehmen ermöglicht, Bitcoin im Wert von bis zu 1 bis 1,25 Milliarden USD zu verkaufen, um USD-Reserven aufzubauen, Dividenden für Vorzugsaktien zu finanzieren und Aktienrückkäufe durchzuführen. Dies bedeutet, dass dem Kryptomarkt ein potenzieller supergroßer Verkaufsdruck droht, was die Nachhaltigkeit der Erholung stark dämpft.
Darüber hinaus spiegeln die Kapitalflüsse der US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs einen gravierenden Mangel an Kapital wider, was ein weiteres Warnsignal dafür ist, dass die Erholung von Bitcoin wahrscheinlich nicht von Dauer sein wird. Laut Statistiken von SoSoValue verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs im gesamten Juni Nettoabflüsse von insgesamt über 4 Milliarden USD, was einen historischen Höchststand bei den monatlichen Nettoabflüssen darstellt. Die Verkäufe von Fondsanteilen nahmen Ende Juni wieder an Fahrt auf. In der vergangenen Woche näherten sich die Abflüsse der Marke von 1,8 Milliarden USD, was den zweithöchsten wöchentlichen Abfluss während dieser Welle darstellt.
Daraus lässt sich schließen, dass der nervenaufreibende Rücksetzer von Bitcoin bei 58.000 USD keine Trendwende zurück in einen reinen Bullenmarkt signalisiert, sondern vielmehr einen technischen Test der „Wiederauferstehung“ nach einem übermäßigen kurzfristigen Rückgang darstellt. Historische Daten deuten jedoch darauf hin, dass Bitcoin in eine mittelfristige Phase einer tiefen Korrektur eingetreten ist. In vergangenen Bärenmärkten lag der maximale Drawdown von Bitcoin typischerweise bei etwa 80 %, und er ist nun um 53 % gefallen. Daher empfiehlt es sich, vorsichtig zu bleiben und eine blinde Jagd nach hohen Hebeln auf erhöhtem Niveau zu vermeiden, bis die makroökonomische Liquidität, wie etwa die geldpolitische Richtung der Federal Reserve, klarer wird.
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