Gold fällt unter 4.500 $, da Spannungen im Iran Inflationsängste schüren und Wetten auf Fed-Zinserhöhungen stärken

Quelle Fxstreet
  • Goldpreis fällt im frühen asiatischen Handel am Dienstag auf rund 4.485 USD. 
  • Iran stoppt Verhandlungen mit den USA und droht, die Straße von Hormus „vollständig“ zu blockieren. 
  • Händler warten am Freitag auf die US-Arbeitsmarktdaten für Mai, um neue Impulse zu erhalten. 

Der Goldpreis (XAU/USD) fällt im frühen asiatischen Handel am Dienstag auf rund 4.485 USD. Das Edelmetall verliert an Boden, da erneute Spannungen im Nahen Osten weiterhin Sorgen über Inflation und Erwartungen an anhaltend hohe Zinssätze schüren.

CNBC berichtete am Montag, dass iranische Verhandler den Nachrichtenaustausch mit den Vereinigten Staaten (USA) über Vermittler einstellen werden und Iran die Straße von Hormus vollständig schließen will, als Vergeltung für anhaltende Verstöße gegen den Waffenstillstand. Unterdessen zeigte sich US-Präsident Donald Trump unbeeindruckt vom möglichen Scheitern der Friedensverhandlungen mit Iran und sagte: „Es ist mir ehrlich gesagt egal, ob sie vorbei sind.“

„Der Optimismus bezüglich der Verhandlungen zwischen den USA und Iran zur Beendigung der Pattsituation in der Straße von Hormus ist am Wochenende verflogen“, sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades. „Infolgedessen sind die Energiepreise wieder gestiegen, was die Inflationssorgen neu entfacht und die Erwartungen an eine restriktive Geldpolitik der Federal Reserve verstärkt hat“, fügte er hinzu.

Die Finanzmärkte rechnen nun damit, dass die Federal Reserve (Fed) bereits in diesem Jahr die Zinsen anheben wird, mit einer 39%igen Wahrscheinlichkeit für eine Viertelpunkt-Erhöhung im Dezember, so das CME FedWatch Tool.

Die US-Arbeitsmarktdaten für Mai stehen am Freitag im Fokus. Dieser Bericht könnte Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed und die Auswirkungen auf die Goldpreise geben. Jegliche Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes könnten den US-Dollar (USD) belasten und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig stützen. 

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.


Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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