Der Goldpreis gab am Montag um mehr als 1 % nach, da sich die Marktstimmung angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten, die den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran zu beenden drohen, auf neutral einstellte. XAU/USD notiert bei 4.490 USD nach einem Tageshoch von 4.546 USD.
Die Geopolitik trieb weiterhin die Kursbewegungen im Edelmetallsegment. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran scheinen ins Stocken geraten zu sein, nachdem der Iran den Nachrichtenaustausch mit den USA eingestellt hat, um gegen das von Tasnim als israelische Verbrechen bezeichnete Vorgehen zu protestieren. Unterdessen berichtete der iranische Staatsfernsehen, dass der Waffenstillstand zusammenbrechen könnte, wenn Israel seinen Angriff auf den Libanon nicht beendet.
Die Ölpreise stiegen um 6 USD, wobei WTI ein Hoch von etwa 94,78 USD pro Barrel erreichte, bevor einige Gewinne wieder abgegeben wurden. Der Frontmonat-Kontrakt liegt zum Zeitpunkt der Berichterstattung jedoch immer noch 4,50 % höher bei 91,79 USD. Die positive Korrelation zwischen dem Greenback und WTI trieb den US-Dollar-Index (DXY) um 0,22 % auf 99,17 nach oben.
Die Veröffentlichung der US-Wirtschaftsdaten begann mit dem ISM-EMI für das verarbeitende Gewerbe, der den höchsten Stand seit 2022 erreichte, da Unternehmen ihre Bestellungen beschleunigten, um steigenden Preisen zuvorzukommen. Der Index stieg im Mai auf 54,0 nach 52,7 im April, während die Komponente „Preise bezahlt“ von 84,6 auf 82,1 sank.
Die Daten zeigten die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft, aber auch, dass die Inputkosten hoch blieben, was Spekulationen nährte, dass große Zentralbanken die Zinssätze länger hoch halten müssten. Daten von Prime Terminal zeigten, dass die Geldmärkte eine fast 68%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) gegen Ende 2026 eingepreist hatten.

In dieser Woche werden die Marktteilnehmer eine Reihe von US-Arbeitsmarktdaten im Blick behalten, vor dem Nonfarm Payrolls-Bericht am Freitag und den Äußerungen von Fed-Vertretern. Auch die Veröffentlichung des Beige Book könnte von Interesse sein, da der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh voraussichtlich die erste Sitzung der US-Notenbank am 16. und 17. Juni leiten wird.
Die Kursentwicklung zeigt, dass Gold seinen Abwärtstrend nach dem Test des 20-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.580 USD wieder aufgenommen hat, die Käufer jedoch nicht über 4.500 USD halten konnten, was den Weg zu einem Zweitages-Tief bei 4.447 USD öffnete.
Der Relative Strength Index (RSI) zeigt ein bärisches Momentum mit Abwärtstendenz, eine Einladung für Verkäufer, die Goldpreise weiter zu drücken.
Ein Bruch der Marke von 4.450 USD öffnet die Tür zum Test des 200-Tage-SMA bei 4.411 USD, vor der Marke von 4.400 USD. Wird diese Hürde genommen, wäre der nächste Halt das Tagestief vom 23. März bei 4.098 USD.
Auf der Oberseite liegt der erste wichtige Widerstand bei 4.500 USD, gefolgt vom 20-Tage-SMA. Sobald diese Niveaus überwunden sind, stellt der 50-Tage-SMA mit 4.628 USD den nächsten Widerstand dar.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.