Das Pfund Sterling hat den seltenen Luxus oder Fluch einer komplett leeren Woche. Es stehen keine erstklassigen Daten aus dem Vereinigten Königreich auf dem Docket, kein Ereignis der Bank of England (BoE), nichts, worauf das Pfund auf eigene Faust reagieren könnte. Das macht GBP/USD derzeit zum saubersten Ausdruck des US-Dollars unter den Hauptwährungspaaren: Was auch immer der Dollar bis zum Arbeitsmarktbericht am Freitag macht, das Sterling wird es einfach spiegelbildlich umkehren. Am Montag zeigte sich das in einer flachen, in einer Handelsspanne gefangenen Sitzung um 1,3450, wobei das Paar fast genau auf seinem täglichen 50-Perioden-Exponential Moving Average (EMA) lag.
Es ist verlockend, die Ruhe als Stabilität zu interpretieren, doch tatsächlich fehlt es einfach an Katalysatoren. GBP/USD pendelt seit Wochen zwischen der Marke von 1,3400 und 1,3500, und der Montag änderte daran nichts. Der intraday Rücksetzer in Richtung 1,3400 wurde gekauft, die Erholung auf 1,3450 kam ins Stocken, und der tägliche Stochastische Relative Strength Index (Stoch RSI) befindet sich in der unteren Hälfte seiner Spanne, weder überverkauft noch mit einem Signal. Mit dem 50 EMA nahe 1,3450 und dem 200 EMA nahe 1,3400 ist das Pfund zwischen seinen eigenen gleitenden Durchschnitten eingekeilt und wartet darauf, dass Daten von außen die Pattsituation auflösen.
Da es keine heimischen Reaktionen gibt, werden alle bedeutenden Bewegungen des Sterlings in dieser Woche von der anderen Seite des Paares kommen. Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) bei ihrer Sitzung später in diesem Monat den Leitzins zwischen 3,50 % und 3,75 % belässt, wobei die Märkte nur etwa eine Chance von einem Drittel auf eine Zinssenkung einpreisen – eine Zahl, die mit der Abkühlung der US-Arbeitsmarktdaten wieder leicht gestiegen ist. Das macht die Reihe der Arbeitsmarktdaten, insbesondere den Bericht am Freitag, zum entscheidenden Faktor für GBP/USD.
Die Marke von 1,3400 ist die wichtige Unterstützung, doppelt bedeutend, da der 200 EMA genau darauf liegt; ein Tagesschluss darunter würde die Handelsspanne in Richtung 1,3350 nach unten verschieben. Auf der Oberseite markieren 1,3450 und der 50 EMA den unmittelbaren Drehpunkt, während die Marke von 1,3500 die Obergrenze darstellt, die jeden jüngsten Anlauf nach oben begrenzt hat. Bis die US-Arbeitsmarktdaten vorliegen, ist die ehrliche Tendenz neutral: Handel die Spanne, fade die Extrempunkte und halte die Positionsgröße bis Freitag gering.
Die Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) eröffnet die Woche am Dienstag, gefolgt vom Automatic Data Processing (ADP) Beschäftigungsbericht und der Institute for Supply Management (ISM) Dienstleistungsumfrage am Mittwoch, bevor am Freitag um 12:30 GMT die Nonfarm Payrolls (NFP) veröffentlicht werden. Der Konsens erwartet etwa 85.000 neue Stellen im Vergleich zu zuvor 115.000, die Arbeitslosenquote soll stabil bei etwa 4,3 % bleiben und die durchschnittlichen Stundenlöhne sollen auf 3,4 % im Jahresvergleich abkühlen. Ein schwaches Zahlenwerk belebt die Erwartungen auf Zinssenkungen der Fed und hebt GBP/USD in Richtung 1,3500; ein starkes Zahlenwerk schickt es zurück, um 1,3400 zu testen. Da das Vereinigte Königreich nichts beiträgt, ist es wirklich so einfach.

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.