Der Gouverneur der Reserve Bank of India (RBI), Sanjay Malhotra, sagte, dass die Indische Rupie (INR) nach ihrer jüngsten Abwertung nun möglicherweise unterbewertet sei, berichtete Reuters am Montag.
Malhotra erklärte weiter, dass die indische Zentralbank kein bestimmtes Niveau für die Währung anstrebe und betonte, dass die RBI bereitstehe, einzugreifen, falls spekulativer Druck entstehe.
Der RBI-Gouverneur sagte, die Zentralbank verfüge über genügend Instrumente, darunter fast 700 Milliarden US-Dollar an Reserven, um ungebührliche spekulative Bewegungen zu dämpfen. Er fügte hinzu, dass das Hauptziel der RBI die Inflationsbekämpfung sei. „Wenn die sich entwickelnde Inflationsentwicklung politischen Spielraum bietet, unterstützen wir das Wachstum“, sagte Malhotra.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert der US Dollar Index (DXY) 0,21 % niedriger bei 95,45.
Die Reserve Bank of India (RBI) steuert die indische Geldpolitik mit dem Ziel, die Inflation bei etwa 4 % zu halten und gleichzeitig die Wechselkursstabilität zu gewährleisten.
Die RBI trifft sich sechsmal im Jahr, um ihre Geldpolitik zu überprüfen und, falls nötig, die Zinssätze anzupassen. Wenn die Inflation über das Ziel hinaus ansteigt, wird die RBI in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Nachfrage zu senken und die Rupie zu stützen. Sinkt die Inflation unter das Ziel, könnte die RBI die Zinsen senken, was sich negativ auf den INR auswirken kann.
Aufgrund der zentralen Rolle des Außenhandels für die indische Wirtschaft greift die Reserve Bank of India regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs in einem kontrollierten Rahmen zu halten. So schützt sie indische Importeure und Exporteure vor unnötigen Risiken durch Wechselkursschwankungen. Die RBI kauft und verkauft Rupien zu entscheidenden Kursniveaus im Spotmarkt und nutzt Derivate, um ihre Positionen abzusichern und die Währungsstabilität zu gewährleisten.