Das Mitglied des Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE), Catherine Mann, sagte am Mittwoch laut Reuters, dass der Zielkonflikt zwischen Inflation und Aktivität „zunehmend deutlich“ werde.
„Eine straffere geldpolitische Haltung könnte Volatilität auslösen, da neue Akteure Positionen auflösen, was möglicherweise zu strafferen inländischen Finanzbedingungen als beabsichtigt führt“, fügte Mann hinzu und argumentierte, dass die Geldpolitik allein die kostenbedingten Schocks durch Energiepreise nicht ausgleichen könne.
GBP/USD bleibt nach diesen Äußerungen unter leichtem Abwärtsdruck und wurde zuletzt mit einem Tagesverlust von 0,2% bei 1,3515 gesehen.
Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.
Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.
In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.
Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.