Ein Beamter der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Finnischen Zentralbank, Olli Rehn, sagte während des europäischen Handels am Mittwoch, dass höhere Ölpreise der einzige Faktor sein sollten, der geldpolitische Entscheidungen lenkt. Rehn fügte hinzu, dass die Zentralbank das Ausmaß der Energieschocks bewerten muss.
Die EZB muss bewerten, ob sich der Energieschock auf die Inflationserwartungen, Löhne und die Kerninflation ausweitet.
Es lohnt sich, sich auf einen langwierigen Konflikt in der Straße von Hormus vorzubereiten.
Wenn sich die Ereignisse anders entwickeln würden, wäre eine Anpassung einfacher.
Wichtige Faktoren sind die Stärke und Dauer des Energieschocks sowie eine mögliche breitere Weitergabe an die Inflation.
Der Energieschock ist zumindest bisher nicht ganz mit dem Schock von 2022 vergleichbar.
Die EZB ist verpflichtet, die Inflation mittelfristig stabil um 2 % zu halten.
Es scheint keine unmittelbare Auswirkung der Kommentare von EZB-Rehn auf den Euro (EUR) zu geben; jedoch hat sich EUR/USD zum Zeitpunkt der Berichterstattung von einem Intraday-Tief bei 1,1695 auf nahe 1,1715 erholt, angetrieben durch eine leichte Korrektur des US-Dollars (USD).
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.