Das Währungspaar AUD/JPY verzeichnet am Montag während der frühen europäischen Handelsstunden moderate Gewinne nahe 113,60. Der Australische Dollar (AUD) legt gegenüber dem Japanischen Yen (JPY) aufgrund eines hawkischen Tons der Reserve Bank of Australia (RBA) zu. Dennoch bleiben die Händler vorsichtig hinsichtlich möglicher weiterer Interventionen der japanischen Behörden.
Die australische Zentralbank erhöhte ihren Official Cash Rate (OCR) letzte Woche auf 4,35 %, was dem Höchststand vom Dezember 2024 entspricht, da die Inflation weiterhin erhöht bleibt. Dies markiert die dritte Zinserhöhung in Folge in diesem Jahr. Laut der Erklärung der RBA habe die Inflation in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 deutlich zugenommen, wobei der Konflikt im Nahen Osten die Preise für Kraftstoffe und Rohstoffe nach oben treibe.
Die RBA signalisierte weitere Zinserhöhungen, wobei ihre Wirtschaftsprognosen einen Leitzins von 4,70 % bis Ende 2026 vorsehen, ohne dass bis 2028 Zinssenkungen erwartet werden, so CNBC.
Das potenzielle Aufwärtspotenzial für das Währungspaar könnte jedoch angesichts von Interventionsängsten begrenzt sein. Japanische Behörden sollen während der Golden Week erneut am Devisenmarkt interveniert haben.
Die Märkte schätzten die Kosten dieser zusätzlichen Maßnahmen auf etwa ¥4 Billionen bis ¥5 Billionen (32 Milliarden US-Dollar). Japans oberster Devisenbeamter, Atsushi Mimura, erklärte letzte Woche, dass eine fortgesetzte Intervention möglich sei.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.