Die Kryptobörse Coinbase hat am Freitag mitgeteilt, dass es auf ihrer Plattform zu einem länger andauernden Ausfall gekommen ist. Ursache seien Störungen beim Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) gewesen, die zentrale Handelsinfrastruktur in der US-Ostregion beeinträchtigt hätten.
Coinbase erklärte in einem Beitrag auf X, dass die Störung am Donnerstag gegen 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit begonnen habe. Die Systeme hätten zu diesem Zeitpunkt erhöhte Fehlerraten bei mehreren Diensten der Börse festgestellt. Später habe das Unternehmen die Ursache auf Ausfälle in der AWS-Verfügbarkeitszone use1-az4 in der Region US-EAST-1 zurückgeführt.
Die Börse teilte mit, ihre Systeme seien grundsätzlich so ausgelegt, dass sie auch beim Ausfall einer einzelnen Zone funktionsfähig bleiben und sich unter solchen Bedingungen rasch erholen. Der Vorfall habe sich jedoch verschärft, nachdem sich die Probleme auf mehrere AWS-Zonen ausgeweitet hätten und es dadurch zu länger anhaltenden Störungen im Handel gekommen sei.
„Wir haben Ausfälle in mehreren AWS-Zonen beobachtet, die zu einem längeren Ausfall zentraler Handelsdienste geführt haben“, erklärte Coinbase.
Der Ausfall beeinträchtigte vorübergehend Nutzer, die auf Handelsfunktionen und andere Dienste der Plattform zugreifen wollten, während AWS-Ingenieure daran arbeiteten, die Temperaturkontrollen wiederherzustellen.
Coinbase machte keine Angaben dazu, wie viele Nutzer betroffen waren oder ob es während des Ausfalls zu Verzögerungen bei Transaktionen kam. Das Unternehmen teilte jedoch mit, das „Hauptproblem“ sei inzwischen vollständig behoben worden, und die Dienste dürften wieder zum Normalbetrieb zurückkehren.
Das Unternehmen bestätigte, dass die zentrale Störung vollständig behoben sei, und erklärte, die Plattformdienste dürften wieder regulär laufen. Zudem kündigte Coinbase eine umfassende interne Untersuchung des Vorfalls an und verwies darauf, dass weitere Details folgen könnten, sobald AWS seinen offiziellen Bericht zu dem Ereignis vorlege.
Der Vorfall ereignete sich einen Tag nach der Vorlage der Quartalszahlen von Coinbase, die eine schwächere Geschäftsentwicklung vor dem Hintergrund rückläufiger Aktivitäten am Kryptomarkt zeigten. Für das am 31. März beendete Quartal meldete die Börse einen Nettoverlust von 394,1 Millionen US-Dollar, während die Gesamterlöse infolge sinkender Handelsvolumina auf 1,4 Milliarden US-Dollar zurückgingen.
Trotz rückläufiger Einnahmen aus dem Transaktionsgeschäft hob Coinbase das anhaltende Wachstum bei Abo- und Serviceerlösen sowie bei Einnahmen aus Stablecoins und dem Derivatehandel hervor.
Zugleich betonte das Unternehmen seine fortgesetzten Bemühungen zur Diversifizierung über den klassischen Spot-Handel hinaus, unter anderem durch den Ausbau seines Base-Blockchain-Ökosystems und Angebote für tokenisierte Vermögenswerte.