Martin Kocher, Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte, dass es keine Notwendigkeit gibt, die Zinserhöhungen zu verschieben, wenn sich die Energiepreise nicht rasch verbessern.
Wirtschaftliche Erholung nun bedroht, Inflationsrisiken steigen angesichts des Nahostkonflikts.
Das Risiko eines Stagflationstrends kann trotz widerstandsfähiger Wirtschaft und Arbeitsmarkt nicht ausgeschlossen werden.
Die Dauer des Konflikts wird der entscheidende Faktor sein.
Im April war es vernünftig, Zinserhöhungen zu verschieben.
Keine Notwendigkeit, Zinserhöhungen zu verschieben, wenn sich die Energiepreise nicht rasch verbessern.
Ein andauernder Iran-Konflikt und anhaltend hohe Energiekosten erhöhen das Risiko von Zweitrundeneffekten.
Die EZB wird wachsam bleiben und bei Bedarf schnell und entschlossen handeln.
Mittelfristige und langfristige Inflationserwartungen sind für Zinsentscheidungen entscheidender; erste Anzeichen für Veränderungen, aber noch keine größeren Verschiebungen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt das Paar EUR/USD 0,26% im Minus bei 1,1755.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.