Die Vorstandsmitglieder der Bank of Japan (BoJ) teilten am Donnerstag ihre Ansichten zu den geldpolitischen Aussichten mit, wie aus dem Protokoll der BoJ-Sitzung vom März hervorgeht.
Mehrere Mitglieder halten es für angemessen, den Leitzins bei 0,75% zu belassen.
Die Mitglieder äußern Besorgnis über eine Inflationsrallye, die durch steigende Ölpreise angetrieben wird.
Einige Mitglieder sagen, angesichts der erhöhten Unsicherheiten im Nahen Osten sei es angemessen, den Leitzins stabil zu halten.
Ein Mitglied sagt, die Zentralbank sollte bald den stark negativen Realzins anpassen.
Ein Mitglied stellte fest, dass es keine Belege dafür gibt, dass frühere Zinserhöhungen die stimulierende Wirkung auf die Wirtschaft verringert haben.
Die Mitglieder waren sich einig, dass die Zentralbank die Zinsen weiter anheben sollte, wenn sich Wirtschaft und Preise verbessern.
Ein Mitglied sagte, ab der nächsten geldpolitischen Sitzung sollte die Zentralbank detailliert prüfen, ob die finanziellen Bedingungen nach der vorherigen Zinserhöhung weiterhin akkommodierend geblieben sind.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.