Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag an Dynamik und erreicht ein Ein-Wochen-Hoch nahe 4.700 USD. Das Edelmetall setzt die Rallye fort, da der Optimismus über eine US-iranische Friedensvereinbarung die Inflationssorgen dämpft.
Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass die USA und der Iran an einem neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges arbeiten, während US-Präsident Donald Trump nach einem Ausweg aus einem Konflikt sucht, der die Energiepreise in die Höhe getrieben und seine politische Position geschwächt hat. Trump fügte hinzu, dass der Krieg „eine sehr gute Chance hat, zu enden“ und es möglich sei, dass dies vor seiner Reise nach Peking in der nächsten Woche geschieht.
Nachlassende Sorgen über Preissteigerungen könnten die US-Notenbank (Fed) dazu bewegen, die Zinsen zu senken, anstatt die Geldpolitik länger restriktiv zu halten. Dies könnte wiederum die gelben Metalle unterstützen, da es auf eine Verringerung der Opportunitätskosten für den Besitz des Metalls hindeutet.
„Der Optimismus über eine endgültige Einigung zwischen den USA und dem Iran hat zumindest kurzfristig für Entlastung beim Gold gesorgt“, sagte Peter Grant, Vizepräsident und leitender Metallstratege bei Zaner Metals. Er warnte jedoch auch, dass der Markt weiterhin „auf Schlagzeilen aus dem Nahen Osten reagieren kann“.
Die Händler bereiten sich auf die US-Arbeitsmarktdaten für April am Freitag vor, da diese die nächste Zinspolitik der Fed beeinflussen könnten. Jegliche Anzeichen einer Verbesserung des US-Arbeitsmarktes könnten den US-Dollar (USD) stärken und kurzfristig den in USD notierten Rohstoffpreis belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.